Zwischen 1954 und 1997 wurden auf dem Gelände Säuren, Lösungsmittel, Insektizide, Industriereiniger, Farben und Lacke umgeladen. Ein Großteil der Chemikalien versickerte im Boden und belastete das Grundwasser. Wie Umweltamtsleiter Thomas Bergner berichtete, wurden die Chemikalien in Kesselwagen auf dem Schienenweg angeliefert. Bei einem Fassungsvermögen von 20 000 Litern geht man davon aus, dass pro Kesselwagen rund 500 bis 1000 Liter durch so genannte „Handhabungsverluste“ im Boden verschwanden. Um die Vergiftung des Grundwassern zu beheben, wurde daher bereits 2003 auf dem Gelände eine Grundwasser-Sanierungsanlage errichtet. Damit wird das Wasser gehoben, gereinigt und in die Kanalisation geleitet. Seit Juli 2003 sind auf diese Weise rund 6,5 Tonnen Schadstoffe herausgefiltert worden. Die gesamte Sanierungsdauer für das Grundwasser wird auf 20 Jahre geschätzt.
Neben dem Grundwasserschaden ist die Verunreinigung der Bodenluft eine der schlimmsten Folgen des Potsdamer Chemiehandels. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände treten in hohen Konzentrationen leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe auf. Mit der gestern in Betrieb genommenen Anlage sollen diese Chemikalien unschädlich gemacht werden. Über ein Drainagesystem und einen Sammelkanal werden die Stoffe in die Anlage geleitet. Fünf Jahre sind nach Schätzung der Planer für diese Sanierung nötig.
Umwelt-Beigeordneter Holger Kelch sprach von einer wichtigen Etappe bei der Sanierung von Altlasten-Grundstücken in Cottbus. 90 Prozent der Kosten für die Sanierung übernimmt das Land Brandenburg, zehn Prozent trägt die Stadt Cottbus.
Nach den Worten von Thomas Bergner ist das Gelände für einen „Multifunktions-Veranstaltungsplatz“ vorgesehen. Die Lage nahe dem Buga-Gelände, den Messehallen und dem FCE-Stadion sei ideal. Aber, so Beigeordneter Kelch gegenüber der RUNDSCHAU, vor 2010 sei nicht an ein Fest auf dem Gelände zu denken.

Hintergrund Gefährliche Substanzen
 Halogenierte Kohlenwasserstoffe zählen zu den umstrittensten Produkten der chemischen Industrie. Sie können sich in der Fettschicht von Mensch und Tier anreichern und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.