Darüber informiert Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke.

Vorerst hat die Tarifkommission der Gewerkschaft einen neuen Kompromissvorschlag unterbreitet. Demnach soll das Entgelt rückwirkend ab dem 1. Januar 2016 mindestens um 90 Euro erhöht werden, ab dem 1. Januar 2017 wiederum mindestens um 70 Euro. Damit rückt die Tarifkommission von ihrer früheren Forderung ab, die eine Entgelterhöhung um 150 Euro monatlich im Jahr 2016 und um weitere 100 Euro monatlich im Jahr 2017 vorsah. Darin sah der Geschäftsführer des Unternehmens, Olaf Taubeneck, allerdings keine Verhandlungsbasis. "Die Forderungen von Verdi sind existenzgefährdend", erklärte er. "Ich werde sie in keiner Weise akzeptieren." Das Unternehmen müsse innovativ bleiben und Reserven behalten, zumal es mit öffentlichem Geld arbeite.

Der neue Vorschlag der Gewerkschaft sieht außerdem eine einmalige Zahlung in Höhe von 450 Euro vor, nachträglich für das Jahr 2015. Bisher lag die Forderung von Verdi bei 900 Euro. Erstmals soll der Tarifvertrag laut diesem Angebot zum 31. Dezember 2017 kündbar sein. Gewerkschaftssekretär Ralf Franke räumt ein, dass sich der Kompromissvorschlag "wesentlich" von der bisherigen Tarifforderung unterscheidet. Die Geschäftsführung der BWS Behindertenwerk GmbH müsse das neue Angebot noch durchrechnen und sich mit den Gremien der GmbH dazu abstimmen, weshalb der 9. Februar als Termin für das Fortführen der Verhandlungen vereinbart sei.

Eine weitere Beratung soll am 10. Februar folgen. Ralf Franke sagt: "Falls bis dahin keine Einigung vorliegt, steht die Option eines Arbeitskampfes allerdings wieder im Raum."

Die BWS Behindertenwerk Spremberg GmbH ist laut Unternehmensprofil ein "überregionaler gemeinnütziger Träger sozialer Dienstleistungen" mit einer Werkstatt für behinderte Menschen, verschiedenen Wohnstätten und einem Pflegeheim. Die Werkstatt unterhält Betriebsstätten in Spremberg, Forst, Kolkwitz und Burg.