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Offener Brief an den Bürgermeister
Gewerkschaft fordert Veto zu CTK-Ausgliederung

Blick auf das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum.
Blick auf das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Gegen die geplante Ausgliderung von 200 Arbeitsplätzen im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) macht die Gewerkschaft Verdi mobil. In einem offenen Brief fordert sie Bürgermeister und Parteien auf, ein Veto gegen die Pläne einzulegen.

In dem Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Holger Kelch (CDU), hat die Gewerkschaft am Dienstag ihren Protest gegen die im Oktober vorgestellten Pläne erneuert. Kelch, der auch Gesellschaftervertreter ist, soll ein Veto gegen die geplanten Ausgliederungen einlegen. Auch die Cottbuser Parteien in der Stadtverordnetenverdsammlung wurden aufgefordert, sich gegen die Pläne zu stemmen.

„Wir erwarten von den Parteien in Cottbus ein klares Bekenntnis zu den Inhalten und Zielen der Bundestagswahlprogramme. In keinem Wahlprogramm der Parteien steht, dass die Belegschaften in den Betrieben und Unternehmen zu spalten sind und unter unterschiedliche Tarifverträge fallen sollen.“, so Ralf Franke von Verdi. „Wir erwarten, dass sich SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die CDU in der Stadtverordnetenversammlung so wie Die Linke auf dem Kreisparteitag gegen die Ausgliederung positionieren.“

Innerhalb der kommenden drei Jahre will das kommunale CTK stufenweise mehr als 200 Mitarbeiter in sein Tochterunternehmen Thiem-Service-Gesellschaft (TSG) auslagern. Das hat der Aufsichtsrat Ende Oktober beschlossen. Das Klinikum garantiere allen Betroffenen, dass sie bis zum Ausscheiden aus der TSG alle Rechte und Pflichten aus ihren alten Verträgen mit dem CTK behalten, hieß es bei einer Pressekonferenz von Geschäftsführer Götz Brodermann. Auch tarifliche Steigerungen gehörten dazu. Betroffen sind Bereiche wie Post, Archiv, Sterilisation, Küche, Transport und Lagerlogistik. Die TSG, die derzeit rund einhundert Mitarbeiter zählt, hat seit einem Jahr erst einen Haustarifvertrag mit deutlich schlechteren Konditionen als die CTK-Mitarbeiter. Brodermann begründete die Personalüberleitung mit den in einigen Jahren zu erwartenden Einsparungen bei den Personalkosten und mit einer höheren Qualität des Servicebereiches durch Zentralisierung.

Verdi kontert, das Klinikum erwirtschafte seit Jahren jährlich Überschüsse zwischen 3,4 Millionen Euro und 7,2 Millionen Euro. „Eine wirtschaftliche Not besteht somit nicht“, so Gewerkschaftssekretär Franke.

(bob)