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Geteilte Reaktionen auf Fusionsvorschlag mit Spree-Neiße

Cottbus. Mit einem Alternativvorschlag zur Kreisgebietsreform haben die früheren SPD-Politiker Frank Szymanski und Dieter Friese die Debatte um den von Potsdam geplanten Lausitzkreis in neue Bahnen gelenkt. Während Potsdam einen Großkreis aus Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster plant, favorisieren. Andrea Hilscher

Friese und Szymanski eine freiwillige Fusion von Cottbus und Spree-Neiße. André Kaun, Fraktionsvorsitzender der Linken in Cottbus, begrüßt den Vorstoß. "Ich halte diese Idee schon lange für sinnvoll. Wir arbeiten schon lange gut mit dem Kreis zusammen, es lohnt sich also, intensiv über ein Zusammengehen zu diskutieren." Den geplanten Großkreis lehnt Kaun ebenso ab wie viele seiner Kollegen. Grünen-Fraktionschef Hans-Joachim Weißflog sagt: "Grundsätzlich setzen wir uns weiter für die Kreisfreiheit von Cottbus ein." Keines der bisher diskutierten Modelle lässt erkennen, welche konkreten Konsequenzen sich aus einer Neuordnung ergeben würden. Marianne Spring (AfD) fordert eine konsequente Einbeziehung der Bürger in den Umgestaltungsprozess. "Der Landrat und der Oberbürgermeister können zwar gut zusammenarbeiten, Cottbus und Spree-Neiße wären überschaubar. Trotzdem ist es noch keine gute Lösung." Den geplanten Großkreis hält sie "für eine Katastrophe für jeden Ehrenamtler". Er wäre mit einer Fläche von 4945 Quadratkilometern der größte im Land und mit etwa 378 000 Einwohnern auch der zahlenmäßig stärkste. Torsten Kaps (AUB/SUB-Fraktionschef): "Seit Monaten fordern wir Nachweise, was eine Zusammenlegung für Konsequenzen hat und welche Vorteile sie bringt. Diskussionen machen nur auf einer solchen Faktengrundlage Sinn."

Nach Auffassung von Friese und Szymanski würde ein gemeinsamer Kreis aus Cottbus und Spree-Neiße bürgernah agieren können, Förderstrukturen und den Leitlinien des Landes entsprechen.