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| 17:23 Uhr

Gesundheit
Mehr Hilfe für kranke Schulkinder

Marie Rudolph (v.l.), Charlotte Fröhlich und Nicklas Michel lassen sich von Schulkrankenschwester Sybille Rudnik Tipps zur ersten Hilfe geben.
Marie Rudolph (v.l.), Charlotte Fröhlich und Nicklas Michel lassen sich von Schulkrankenschwester Sybille Rudnik Tipps zur ersten Hilfe geben. FOTO: Hilscher Andrea / LR
Cottbus. Seit fast einem Jahr arbeitet Sybille Rudnik als Schulkrankenschwester an der Fröbel- und der Hildebrandt-Grundschule in Cottbus. Im Rahmen eines Modellprojekts werden landesweit Gesundheitsfachkräfte eingesetzt, um die Auswirkungen ihrer Arbeit auf die körperliche und seelische Fitness von Schulkindern zu testen. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Die Krankenschwestern sind schon jetzt aus dem Alltag der Schulen kaum noch wegzudenken.

Seit fast einem Jahr arbeitet Sybille Rudnik als Schulkrankenschwester an der Fröbel- und der Hildebrandt-Grundschule in Cottbus. Im Rahmen eines Modellprojekts werden landesweit Gesundheitsfachkräfte eingesetzt, um die Auswirkungen ihrer Arbeit auf die körperliche und seelische Fitness von Schulkindern zu testen. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Die Krankenschwestern sind schon jetzt aus dem Alltag der Schulen kaum noch wegzudenken.

Sybille Rudnik: „Jeden Tag kommen zehn bis 20 Kinder zu mir, manchmal deutlich mehr.“ Sie brauchen Pflaster oder Verbände, warmen Tee gegen Bauchweh, manchmal auch nur ein offenes Ohr. „Zuwendung ist für viele Kinder enorm wichtig, gerade wenn in den Familien die Mütter fehlen“, erzählt die gelernte Krankenschwester. Oft kämen Kinder hungrig zum Unterricht, für diese Notfälle hält sie Kekse und Salzstangen bereit. „Ein Frühstück kann ich ihnen nicht bieten, dafür aber mit den Eltern sprechen, dass sie sich um eine ordentliche Mahlzeit vor Schulbeginn kümmern.“

Seit Monaten betreut Sybille Rudnik ein Mädchen, das schwer an Diabetes erkrankt ist. Das Kind ist selbst nicht in der Lage, den Überblick über gegessene Kohlenhydrate und nötige Insulinmengen zu behalten, auch die Eltern sind überfordert. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Krankenschwester mit dem Jugendamt, dem Thiem-Klinikum, der Hausärztin und einem Pflegedienst vernetzt. Gemeinsam habe man eine Strategie entwickelt, wie das Mädchen trotz seiner Erkrankung weiter die Schule besuchen kann. „Das Kind bekommt eine Insulinpumpe. Ich habe mich fortgebildet, damit ich sie bedienen kann“, sagt Sybille Rudnik. Lehrkräfte wären mit einem solchen Fall überfordert. „Gerade haben wir auch ein krebskrankes Kind, dass besondere Betreuung braucht“, erzählt Schulleiterin Andrea Gründer. Sie hofft sehr, dass die Schulkrankenschwester auch nach Beendigung des Modellprojektes an der Fröbel-Grundschule bleiben kann. „Sie geht in den Unterricht, spricht mit den Kindern über gesunde Ernährung, Prävention und den Schutz vor Infektionen.“ Bei einer Überprüfung des Gesundheitszustandes von 66 Sechstklässlern an der Hildebrandt-Grundschule musste Sybille Rudnik 27 Kinder zum Augenarzt schicken, 15 litten an Über- und 16 an Untergewicht. „Unsere Arbeit wird gebraucht.“

(hil)