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Gestorbene Träume

Cottbus. Diese Woche war es mal wieder soweit: An einem Schaufenster in der Straße der Jugend klebte das Schild "zu vermieten". Da, wo noch vor wenigen Tagen hübsche kleine Geschenke und Accessoires um Aufmerksamkeit buhlten, herrscht jetzt gähnende Leere.

Das frühere Ladenschild ist gerade noch zu erkennen, im Geschäft selbst erinnert nichts mehr an das, was noch vor Kurzem hier verkauft wurde. Dabei ist es nicht einmal ein Jahr her, das an dieser Stelle die Neueröffnung eines kleinen Shops gefeiert wurde. Nett sah er aus, und jedes Mal im Vorbeifahren kam der Gedanke auf: "Da könntest Du mal reinschauen." Genau darauf hat die - vermutlich junge - Geschäftsinhaberin gesetzt. Hat auf Laufkundschaft gehofft, auf eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda und steigende Umsätze. Der Traum vom selbstständigen Leben ist geplatzt. Überall in Cottbus sieht man die Scherben dieser Träume. Leere Geschäfte, die Schilder "Nachmieter gesucht", nackte Schaufenster. Alltag. Trotzdem immer wieder traurig.