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| 02:33 Uhr

Geschichte erstrahlt in neuem Glanz

Stadt- und Landesvertreter betrachteten vor Kurzem den derzeitigen Stand der Sanierungsarbeiten des wendischen Museums in Cottbus.
Stadt- und Landesvertreter betrachteten vor Kurzem den derzeitigen Stand der Sanierungsarbeiten des wendischen Museums in Cottbus. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Durch die leeren Ausstellungsräume des wendischen Museums in der Mühlenstraße zieht ein starker Geruch von frischer Farbe. Die Holzböden sind mit Schutzmatten abgedeckt und auf den Fluren werden Werkzeug und Handwerksutensilien gelagert. Jenny Theiler

Die Sanierung des historischen Gebäudes ist in vollem Gange. Vor Kurzem trafen sich Vertreter der Stadt, der niedersorbischen Gemeinde und des Landes Brandenburg auf der Baustelle in der Altstadt, um sich vom derzeitigen Stand der Bauarbeiten ein Bild zu machen. "Bei solch einem Projekt ist es wichtig, mit den Entscheidungsträgern vor Ort zu diskutieren, anstatt alles aus der Ferne zu organisieren", erklärt Finanzsekretärin Daniela Trochowski.

Ende 2015 begannen die Sanierungsarbeiten des wendischen Museums. Der Umbau des Gebäudes erwies sich jedoch als nicht ganz unkompliziert, wie Falk Salzmann vom Ingenieurbüro BIS erklärte. Statische Probleme und wetterbedingte Schäden sorgten dafür, dass die Bauplaner mehr zu tun bekamen, als ursprünglich geplant war. "Das Flachdach war durch eingedrungene Nässe bereits recht marode und musste auch erneuert werden", so der Ingenieur.

Mit der aktuellen Sanierung sollen die bestehenden Barrieren im Museumsgebäude weitgehend minimiert werden. Bei der letzten Sanierung im Jahr 1994 wurde bereits ein Fahrstuhl eingebaut. Um an die modernen Standards für gehbehinderte Menschen anzuschließen, ist das gesamte erste Obergeschoss mit Rampen ausgestattet worden, sodass ein Rollstuhlfahrer die oberen Ausstellungsräume selbstständig erkunden kann. Die Umsetzung eines vollständig behindertengerechten Museums wird aber erst in einem späteren Projekt realisiert werden können. Allein für die Einrichtung von Selbstorientierungshilfen für Sehbehinderte wäre ein enormer technischer Aufwand nötig, der das momentane Finanzierungsbudget sprengen würde.

Einige architektonische Besonderheiten des fast 500 Jahre alten Hauses wurden nach historischen Befunden wieder hergestellt, wie Bernd Warchold aus der Kulturverwaltung erzählt. Originaler Wandschmuck wurde mit kräftigeren Farben aufgefrischt, um den Bezug zur Geschichte aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig wird künftig jedem Ausstellungsraum ein eigener inhaltlicher Schwerpunkt zugeschrieben. So wird es Trachten-, Glaubens-, Sprach- und Reiseräume geben. Die Summe der beschreibenden Elemente soll eine Chronologie bilden, durch die sich der Besucher in der sorbisch-wendischen Kultur demnächst besser orientieren kann. Zu diesem Zweck wurden auch Kabel und Steckdosen neu verlegt, um die Elektronik besser an die Ausstellungen anzupassen. Die Zweisprachigkeit aus Deutsch und Niedersorbisch soll weiterhin im Museum bestehen. Angedacht ist zudem die Entwicklung eines Audioguides.

Damit das wendische Museum bis zur offiziellen Wiedereröffnung nicht in Vergessenheit gerät, kooperiert das Kuratorium momentan mit dem Stadtmuseum für diverse Ausstellungsprojekte. Man denke außerdem darüber nach, mit dem Ende der Bauphase im September einen offiziellen Rundgang für die Allgemeinheit anzubieten, um die Vorfreude auf die Neueröffnung zu steigern. Diese wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 stattfinden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.