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| 16:42 Uhr

Kontrovers
Geschäftsleute fürchten um das Image der Altstadt

Feierten gemeinsam: Christoph Bernd (v.r., Zukunft Heimat), Vereinschefin Melanie Kreissl, Birgit Bessin (AfD Landtagsabgeordnete), Steffern Kotré und Norbert Kleinwächter (beide Bundestag) und Marianne Spring-Räumschüssel (Stadtparlament).
Feierten gemeinsam: Christoph Bernd (v.r., Zukunft Heimat), Vereinschefin Melanie Kreissl, Birgit Bessin (AfD Landtagsabgeordnete), Steffern Kotré und Norbert Kleinwächter (beide Bundestag) und Marianne Spring-Räumschüssel (Stadtparlament). FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Die AfD und ein neu gegründeter Verein eröffnen gemeinsam Bürgertreffpunkte in der Mühlenstraße.

Rechte Netzwerke in Südbrandenburg versuchen seit Monaten, die Situation in Cottbus für ihre Zwecke auszunutzen. Bereits vor Wochen hatte Philip Stein, Leiter der völkisch-nationalen Sammelbewegung „Ein Prozent“ angekündigt, dass Cottbus als „widerständige Stadt“ einen „Leuchtturm“, ein passendes „Widerstandsnetz“ erhalten solle. Zu diesem Zweck wurde der „Bürgertreffpunkt Cottbus“ gegründet, der mit Unterstützung des Vereins „Zukunft Heimat“, mithilfe von „Ein Prozent“ und verschiedener Privatleute jetzt nach Auskunft von Zukunft-Heimat-Chef Christoph Berndt ein „Café“ eröffnet, das als Treffpunkt und Veranstaltungsort dienen soll. Verantwortlich für den Treff ist die Vereinschefin Melanie Keissl. Im selben Haus in der Mühlenstraße haben die AfD-Bundes-und-Landtagsfraktion zeitgleich ein Bürgerbüro eröffnet. „Absoluter Zufall“, so Christoph Berndt, und auch der AfD-Kreisvorsitzende Steffen Kubitzki sagt: „Vielleicht liegt es an den günstigen Mieten hier, dass beide sich hier eingemietet haben.“ Die zwei ehemaligen Ladengeschäfte werden von einem Privatmann vermietet.

Gottfried Lindner, Chef des Altstadtvereins: „Entsetzlich. Anwohner und Geschäftsleute haben Sorgen um das Image der Altstadt. Sie fürchten sich vor Querelen und Auseinandersetzungen.“ Lindner selbst hätte sich gefreut, wenn die Initiatoren der Treffs ihn vorab informiert hätten. Auf jeden Fall machen sie uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung in unserem Bemühen, die Altstadt lebendig und attraktiv zu gestalten.“ Steffen Kotré , AfD-Bundestagsabgeordneter: „Wir wollen nicht provozieren. Aber wenn wir polarisieren, kann jeder sehen, wie zugespitzt die Lage in Cottbus ist.“ Unter den Besuchern der Eröffnungsfeier fanden sich mehrere Reichsbürger. Die Bundeskanzlerin wurde als Anhängerin des rassistischen „Hooton-Plans“ bezeichnet, andere Besucher verunglimpften Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) als „Satanistin“.

Freiwilliger Helfer von „Cottbus nazifrei“ verteilten im Puschkinpark einen Flyer, in dem gegen ein „Hetzbüro“ und für ein friedliches Miteinander geworben wurde.

(hil)