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Gesamtschul-Debatte erhitzt die Gemüter

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Cottbus. Der Ton wird schärfer: Nachdem die SPD im jüngsten Bildungsausschuss einen Vorschlag präsentiert hat, wie sich die Zahl der Gesamtschulplätze in Cottbus erhöhen ließe, diskutierten Stadtverordnete, Schulleiter und Verwaltung emotional das Für und Wider des Vorschlags – wobei das "Wider", die zahlreichen Gegenargumente, den breitesten Raum einnahmen. Tenor: Rechtlich ist die Lage schwierig, finanziell sowieso und zudem liege das Problem eigentlich nur darin begründet, dass Eltern zu wenig wüssten über die Durchlässigkeit des Bildungsweges von einer Oberschule hinein in eine Gesamtschule oder an ein Oberstufenzentrum. Andrea Hilscher

Grundfrage: Seit Jahren wird die Theodor-Fontane-Gesamtschule in Sandow übernachgefragt. Allein im letzten Schuljahr mussten rund 60 Schüler abgelehnt und an andere Schulen verwiesen werden - zum Teil an die seltener angewählte Sachsendorfer Oberschule.

Lösungsvorschlag: Die SPD hat eine Idee entwickelt, nach der die Fontane-Schule und die Sachsendorfer Oberschule kooperieren, um in Sachsendorf eine Art "Spezialklasse" zu bilden, die speziell auf den späteren Übergang an die Gesamtschule vorbereitet. SPD-Fraktionschefin Lena Kostrewa: "So könnte das Profil der Sachsendorfer Oberschule geschärft und die Theodor-Fontane-Schule entlastet werden." Diese Lösung solle möglichst schon nach den Sommerferien umgesetzt werden.

Gegenargumente. Kamen etwa von Gudrun Breitschuh-Wiehe und Petra Weißflog (beide Bündnis 90/Grüne). Derartige Spezialklassen seien mit dem Schulrecht und dem Verwaltungsrecht nicht vereinbar, zudem eine Mogelpackung, da hier keine wirklichen neuen Gesamtschulplätze geschaffen würden. Gerlinde Ehlert, Schulleiterin in Sachsendorf, ergänzte: "Es ist der Irrtum der Eltern, dass ihr Kind auf ein Gymnasium oder eine Gesamtschule muss, wenn es Abitur machen soll. In dieser Frage müssen die Grundschulen besser beraten." Schulrat Michael Koch: "Der Vorschlag ist auf dem Tisch. Jetzt sollten die Fachleute prüfen, was sich tatsächlich umsetzen lässt." Das Ziel aber sei klar: "Die Elternwünsche erfüllen und möglichst viele Kinder aus Cottbus in Cottbus unterzubringen."

Die Diskussion geht weiter. Eine praktikable Lösung wird es bis zum kommenden Schuljahr aller Voraussicht nach nicht geben.