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| 19:53 Uhr

Cottbus
Neue Pläne für Gründerzentrum

So könnte das neue Gründerzentrum am aussehen: Der Entwurf zeigt einen Neubau direkt auf dem BTU-Campus.
So könnte das neue Gründerzentrum am aussehen: Der Entwurf zeigt einen Neubau direkt auf dem BTU-Campus. FOTO: GWD / GWC
Cottbus. Cottbus will seiner kreativen Szene ein eigenes Haus bauen. Dafür sollte ursprünglich eine Schule umgebaut werden. Doch nun wird dafür die Schwimmhalle am Uni-Campus abgerissen. Von Peggy Kompalla

Es ist schon ein Hin und Her. Aber das haben Bauprojekte manchmal so an sich, wie Torsten Kunze versichert. Er ist der Geschäftsführer der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC). Unter ihrer Federführung soll Cottbus ein eigenes Gründerzentrum erhalten. Große Pläne wurden geschmiedet. Der Umbau der alten Schule an der Werbener Straße sollte noch in diesem Jahr starten. Doch bei genauer Begutachtung stellte sich heraus, dass sich das Gebäude nur bedingt eignet. Deshalb soll das kreative Haus nun direkt auf den BTU-Campus ziehen. Dort wo heute noch die heruntergekommene Schwimmhalle steht, soll ein Neubau entstehen. Dafür muss die Stadt allerdings das erst vor zwei Jahren verkaufte Grundstück nun zurückkaufen. Das Stadtparlament hat die Planänderung am Mittwoch abgesegnet.

Diese Volte hat Torsten Kunze einige Nerven gekostet. Schließlich lag der Gebäudewirtschaft als Projektplaner sogar schon eine fast acht Millionen Euro schwere Förderzusage aus Potsdam vor. Doch als die Planer im vergangenen Herbst das einstige Oberstufenzentrum inspizierten, folgte schnell eine Krisensitzung. Von horizontalen Riegeln, Last­abtrag und Stützen ist die Rede. Es zeigte sich: Der alte Schulbau lässt sich zwar umbauen, aber das geht wegen der Konstruktion ordentlich ins Geld. Spätere Eingriffe in das Gebäude werden quasi unbezahlbar. Damit nicht genug: Das Grundstück ist nicht groß genug, um die laut Bauvorschrift nötigen Parkplätze auf dem Areal unterzubringen.

Wegen Letzterem nahm der GWC-Chef den Kontakt zum Bauunternehmer Helmut Rauer auf. Er hatte Ende 2016 das Schwimmhallen-Grundstück an der Gagarinstraße von der Stadt gekauft und war bereit, einen Teil des Areals abzugeben. Dort sollten zusätzliche Stellplätze für das Gründerzentrum entstehen. Als sich dann die Probleme stapelten, kam Torsten Kunze eine Idee. „Warum nicht das ganze Grundstück kaufen?“ Der Bauunternehmer ließ sich auf das Vorhaben ein.

Nun hatte der GWC-Chef einiges zu erklären: Er musste nicht nur die Stadt und die Wirtschaftsförderer von der Planänderung überzeugen, sondern auch die Fördergeldgeber und die Politiker. „Aber es wäre doch verrückt, stur an einem Plan festzuhalten, wenn wir heute schon wissen, dass wir es in fünf Jahren bereuen werden“, sagt Kunze. „Das neue Grundstück ist nicht nur größer, es hat auch direkt am Campus eine bessere Lage. Zudem sind die Gesamtkosten um die Hälfte reduziert.“ Es war wohl dieses Gesamtpaket, das auch die Stadtverordneten überzeugte.

Nun wird die Ideenschmiede ein Neubau (siehe Bild oben). Der neue Förderantrag soll spätestens nächste Woche rausgehen. Die Ausschreibungen werden vorbereitet. Parallel dazu werde Bauunternehmer Rauer die Schwimmhalle abreißen, damit die GWC das Grundstück im Sommer mit Baugrube übernehmen könne. „Wenn wir gut sind, dann bekommen wir in diesem Jahr noch den ersten Spatenstich hin“, sagt Torsten Kunze. Für BTU-Präsident Jörg Steinbach sind das gute Nachrichten. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass solch ein Gründerzentrum von der Nähe zu den Lehrstühlen lebt“, erklärt er. „Die neuen Pläne sind um ein Vielfaches besser.“

Die Schwimmhalle wird in den nächsten Monaten abgerissen. In ihrer Stelle entsteht das neue Gründerzentrum.
Die Schwimmhalle wird in den nächsten Monaten abgerissen. In ihrer Stelle entsteht das neue Gründerzentrum. FOTO: Peggy Kompalla