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| 02:33 Uhr

Gemeinsame Lösung für Ostsee gefragt

Elvira Hölzner (parteilos) wurde 2015 als Amtsdirektorin wiedergewählt.
Elvira Hölzner (parteilos) wurde 2015 als Amtsdirektorin wiedergewählt. FOTO: hil
Jahreswechsel – die ideale Zeit, um Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen. Was ist gelungen? Woran muss weiter gearbeitet werden? Was lässt sich in Zukunft besser machen? Für die RUNDSCHAU ließ die Peitzer Amtsdirektorin Elvira Hölzner das politische Jahr Revue passieren.

Was war für Sie der größte Erfolg des vergangenen Jahres?
Zunächst habe ich mich sehr über meine Wiederwahl als Amtsdirektorin im Juli 2015 gefreut. Es ist mir aber durchaus bewusst, dass gerade die nächsten Jahre viele Herausforderungen bringen werden. Aber ich habe ein gutes Team hinter mir und so bin ich überzeugt, dass wir die Hürden überwinden werden. Wir haben 2015 keine größeren Projekte eingeweiht, aber für viele Projekte die Weichen für die Zukunft gestellt. So wollen wir zum Beispiel 2016 die energetische Sanierung des Begegnungszentrums "Goldener Drachen" in Drachhausen als ersten Bauabschnitt beginnen. Die Projektidee "Wo der Tisch der Sorben gedeckt ist" ist ein Ziel der Strategie zur Umsetzung der Internationalen Naturausstellung I.N.A. 2015 gab es auch viele kulturelle Höhepunkte im Amt Peitz, die längst über die Amts- und sogar Kreisgrenzen hinaus bekannt sind. Ich denke da an das Neujahrskonzert, an Sounds of Hollywood und Philharmonic Rock sowie an die nunmehr 52. Jazz-Werkstatt. Aber auch die Veranstaltungen, die nur aller zwei Jahre stattfinden, wie das Internationale Folklorefestival in Drachhausen und das 9. Jänschwalder Blasmusikfest fanden großen Anklang.

Was war der größte Flop?
Der größte Flop für das Amt Peitz war sicher die angekündigte Rückzahlung der Gewerbesteuern für das Jahr 2014 durch das Unternehmen Vattenfall und die Aussicht, dass auch in den nächsten Jahren kaum mit Gewerbesteuern zu rechnen ist. Das betrifft nicht nur das Amt Peitz, sondern die gesamte Region. Es wird das Geld fehlen für die soziale Infrastruktur wie Kitas und Schulen, aber auch für den Straßenbau und die freiwilligen Feuerwehren. Der Steuerausfall kann nicht kompensiert werden und einen "Plan B" kann ich in absehbarer Zeit nicht erkennen. Ich habe Bedenken, dass die Jugend unsere Region noch mehr verlassen wird. Hier müssen wir gegensteuern mit ganzer Kraft.

Was wird die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung wird es sein, für die Gemeinden, für die Stadt Peitz und für das Amt Peitz Wege zu finden, um trotz der schlechten finanziellen Rahmenbedingungen noch etwas für die Bürger bewegen zu können. Ich möchte, dass unsere Gemeinden und auch die Stadt Peitz lebenswert bleiben und sich weiter zum Wohle der hier lebenden Bevölkerung entwickeln.

Am 23. Dezember 2015 fuhr der letzte Kohlezug aus dem Tagebau Jänschwalde-Nord. Der Rahmen für die zukünftige touristische Nutzung als Ostsee ist zwar abgesteckt, aber hier sind die Fragen der Finanzierbarkeit zu lösen. Dabei geht es mir um eine gemeinsame Lösung für das Hafenzentrum in Cottbus und für den Seehafen in Teichland. Die Zeit drängt, denn bereits im Herbst 2018 soll mit der Flutung begonnen werden und bis dahin müssen die Kaimauern errichtet sein. Das ist sicher einer der größten Herausforderungen für das Amt Peitz.

Das Gespräch mit Elvira Hölzner führte Andrea Hilscher