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| 15:37 Uhr

Burg
Klinker-Putz-Fassade statt Holz

Die Bauarbeiten für das Kinderhospiz laufen bereits auf Hochtouren. 2020 wird mit der Eröffnung gerechnet.
Die Bauarbeiten für das Kinderhospiz laufen bereits auf Hochtouren. 2020 wird mit der Eröffnung gerechnet. FOTO: LR / Silke Halpick
Burg. Gemeindevertreter in Burg sind verärgert über bauliche Änderungen am Kinderhospiz Von Silke Halpick

Ärger um das Kinderhospiz in Burg bahnt sich an: Die Gemeindevertretung hat den Antrag des Investors, die Zahl der geplanten Parkplätze zu reduzieren, abgelehnt. Doch es geht um weit mehr.  Verstimmt sind Abgeordnete und Bürger, weil das millionenschwere Prestigeprojekt der Johanniter-Unfallhilfe Südbrandenburg jetzt anders aussehen soll als in der Ursprungsvariante vorgestellt.

Ganz konkret geht es um die Fassadengestaltung: Statt Holzverkleidungen an den Giebeln, die sich harmonisch in das Landschaftsbild des Spreewalddorfes einfügen würden, soll es jetzt eine Putz-Klinker-Kombination geben. Für die Abgeordneten kommt das überraschend. Sie fühlen sich getäuscht und sind „sauer“, wie einige deutlich machen. Auch Bürger, die bei der Gemeindevertretersitzung in den Gästereihen sitzen, äußern ihren Unmut. „Das sieht jetzt aus wie ein Discounter“, heißt es.

Sachlichkeit versucht Bauamtsleiterin Antje Swar in die Diskussion zu bringen. Laut den Festlegungen im Bebauungsplan seien sowohl Putz-, als auch Klinker- und Holzfassaden zulässig, erläutert sie. Also habe die Gemeinde „keine Handhabe“ gegen den Investor. Für die Zukunft empfiehlt sie, möglichst auf ganz präzise Formulierungen im Bebauungsplan zu achten.

„Sehr verwundert“ über diese Diskussion zeigt sich hingegen Andreas Berger-Winkler vom Vorstand der Johanniter-Unfallhilfe Südbrandenburg. „Das Gebäude wird nicht anders als in der Vorstellung gebaut. Wir halten uns an alle Vorgaben und gewünschten Änderungen des Bauausschusses und der erteilten Baugenehmigung“, betont er.

Möglicherweise sahen die allerersten Ideen noch etwas anders aus, wie er auf RUNDSCHAU-Nachfrage einräumt. Doch im Rahmen des Genehmigungsverfahrens und bei den Vorstellungsrunden in den Ausschüssen seien „immer die gleichen Bilder“ gezeigt worden, wie er betont. Er bedauert, dass die Gemeinde bisher nicht das Gespräch gesucht und erklärt habe, was nicht ihrer Vorstellung entspricht.

Das haben die Gemeindevertreter jetzt vor. Sie wollen einen Brief an die Johanniter-Unfallhilfe schreiben und darin klarstellen, dass sie die Vorgehensweise keineswegs billigen und sich „getäuscht“ fühlen. Als es noch um die Bewilligung des Projektes ging, seien schöne Bilder gezeigt worden. Doch jetzt bekomme man etwas ganz anderes als erwartet, so der mehrheitliche Tenor.

Das Fass zum Überlaufen bringt der aktuelle Antrag, die Parkplätze von 64 auf 42 zu reduzieren. Aus Sicht der Gemeindevertreter werden die Stellplätze dringend benötigt. Der Investor erklärt hingegen, dass für die Bewohner und Mitarbeiter des Kinderhospiz 42 Parkplätze völlig ausreichend seien. „Wir sind nicht gewillt und nicht in der Lage, die Parkplatzprobleme von Burg zu lösen“, betont Berger-Winkler.

Die Bauarbeiten für das Kinderhospiz laufen bereits auf Hochtouren. Die feierliche Grundsteinlegung war Anfang November. Mit der Eröffnung wird im Frühjahr 2020 gerechnet. Das Kinderhospiz ist das erste im Land Brandenburg, bundesweit gibt es nur 15 solcher Einrichtungen.

Im Kinderhospiz sollen Familien mit schwerstkranken Kindern eine Auszeit finden. Zwölf Plätze für Kinder und ihre Angehörigen sowie eine Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit acht Plätzen sind geplant. Der Träger rechnet mit Baukosten von rund 7,5 Millionen Euro. Ursprünglich waren nur fünf Millionen Euro anvisiert. Mehr als ein Drittel des Geldes stammt aus Spenden und Fördermitteln.