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| 02:48 Uhr

Gemeinde Wiesengrund besorgt über Zeitverzug beim Klinger See

Anlieger fürchten Verzögerung am Klinger See.
Anlieger fürchten Verzögerung am Klinger See. FOTO: P. Radtke/LMBV
Gosda/Klinge. Am Klinger See gehen die Sanierungsarbeiten nur eingeschränkt voran. In der Gemeinde Wiesengrund wächst die Sorge, dass sich alle Entwicklungsmaßnahmen verzögern, auch die Flutungsziele. Beate Möschl

Vor gut zwei Jahren hieß es in einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage zweier Landtagsabgeordneter zum Klinger See noch, die Maßnahmen liegen trotz kleiner Änderungen im Zeitplan; der Zielwasserstand soll 2021 erreicht werden. Unterdessen mehren sich schon wieder Zweifel, ob es gelingt, den Klinger See planmäßig zu einem Naherholungsgebiet mit sanftem Tourismus zwischen Forst und Cottbus zu entwickeln. "Die Entwicklung verläuft ziemlich eingeschränkt, teilweise gibt es sogar Rückschritte", schilderte Dieter Stodian Montagabend in der Gemeindevertretersammlung Wiesengrund. Als Grund nannte er ab dem Jahr 2012 zusätzlich eingeleitete Sicherheitsüberprüfungen nach dem verheerenden Unglück von Nachterstedt. Im Ergebnis würde das Gelände nun weiter reguliert, es gibt Abtragungen, aber auch Anschüttungen von Erdreich, aufgeforstete Flächen wurden wieder abgeholzt. "Es gibt zeitlichen Verzug und Flächen, die blank gefegt sind. Sämtliche Maßnahmen verzögern sich, auch die Flutungsziele", äußerte Stodian, der als Vertreter der Gemeinde Wiesengrund Mitglied im Arbeitskreis Jänschwalde des Braunkohlenausschusses ist. Es sei nicht klar, ob alles so kommt, wie beantragt. Der wasserrechtliche Planfeststellungsbeschluss fehle noch immer.

Stodian erinnerte an ein Gutachten zum See, wonach die Wasserqualität um so besser sei, je schneller der See geflutet wird. "Wir haben als Gemeinde zwar anerkannt, dass die bergbauliche Entwicklung länger dauern wird. Aber unsere geäußerten Bedenken, gerade wegen der Nähe des Klinger Sees zur Asche-Deponie, die damals nicht gehört wurden, bestätigen sich jetzt. Nun müssen wir mit den Verzögerungen zurechtkommen", sagte Stodian und fügte an: "Wir sind ständig in Kontakt mit dem Bergamt, aber wir bekommen nur jedes Jahr neue Termine."

Die Gemeinde Wiesengrund hat 2004 den See erworben. "Wir sind damals davon ausgegangen, dass das Gebiet peu à peu entwickelt wird", sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Egbert S. Piosik. Die Frage sei, wie die Gemeinde ihre Interessen wahren könne. Es gelte Bergrecht. Günter Quander, Amtsdirektor Döbern-Land, sagte zu, sich dazu mit dem Landtagsabgeordneten Raik Nowka (CDU) zu verständigen.