„Man sollte die Kirche doch im Dorf lassen.“ Schon bekommt dieser Satz eine zweite Ebene, wenn Ortsbürgermeister Olaf Wieder (parteilos) über das Kathlower Gotteshaus spricht: Denn er setzt sich dafür ein, dass die Kirche dem Dorf erhalten bleibt. „Nach der Wende fiel sie der Gemeinde zu, die Zahl der Kirchgänger hatte sich sowieso reduziert.“ Inzwischen aber mausert sich das Gebäude zum Treffpunkt der 161 Dorfbewohner - so feierten sie in diesem Sommer in der heiligen Halle einen Liedernachmittag. Und im Dezember findet ein Adventssingen statt.
Grund genug für die Gemeinde, das Geld für die Sanierung des Daches bereitzustellen, nachdem der Ortsteil selbst - so berichtet Bürgermeister Dieter Perko (CDU) - die Initiative startete. Peter Kähler vom Neuhausener Bauamt teilt mit: „Wir wollen die Kirche wieder beleben.“ So sorge das neue Biberschwanzdach dafür, dass die Dachziegel in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr erneuert werden müssten.
Wie Rudi Schaepe mitteilt, einer der Initiatoren für die Wiederbelebung der Kirche, wurde die ursprüngliche Kapelle im 17. Jahrhundert erbaut. Sie brannte jedoch nach Auskunft des Evangelischen Kirchenkreises Cottbus im Jahr 1757 ab - in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand der neoromanische Bau, den die Kathlower heute noch besuchen. Aus der alten Kirche wurde eine Glocke mit einer Inschrift aus dem Jahr 1497 übernommen, die zwischendurch im Spritzenhaus hing. Heute gehört die Kathlower Kirche ebenso wie das Gotteshaus von Sergen zum Eigentum der Gemeinde Neuhausen.

Hintergrund Tafel für Helene Katharina
 Im Frühsommer 1997 waren bei Bauarbeiten Gebeine entdeckt worden, die mit Hilfe des Sergener Ortschronisten Walter Scheetz als die sterblichen Überreste der vor 350 Jahren verstorbenen Helene Katharina von Pannwitz identifiziert wurden: Der Nachbarort Kahren war von 1578 bis etwa 1764 einer der vielen Stammsitze der Pannwitzer um Cottbus, aus dem eine Vielzahl außergewöhnlicher Persönlichkeiten hervorging. So die Brüder Ludolf und Anton als Generale Friedrichs des Großen oder die berühmte Oberhofdame Gräfin Voss am preußischen Hof. In der Kathlower Kirche wurde eine kleine Gruft ausgehoben. Die Grabtafel erinnert an Helene Katharina, die mit ihrem Vetter Christoph verheiratet 23jährig im Kindbett starb.