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| 14:51 Uhr

Stadtgeschichte
DDR-Gelder für Mauersanierung

Ralf Kollowa entfernt marode Ziegel aus der insgesamt 400 Meter langen, in Teilen baufälligen Mauer.
Ralf Kollowa entfernt marode Ziegel aus der insgesamt 400 Meter langen, in Teilen baufälligen Mauer. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Das Menschenrechtszentrum kämpft gegen marode Bausubstanz im Ex-Zuchthaus.

Die Nachricht war unerwartet gut: In der vergangenen Woche hat die Landesregierung dem Menschenrechtszentrum mitgeteilt, dass neben bisher genehmigten 150 000 Euro weitere 668 000 Euro an Geldern aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR nach Cottbus fließen. Für Sylvia Wähling, Vorsitzende des Menschenrechtszentrums, eine doppelt gute Nachricht. Denn erstens ist mit dem Geld die dringend erforderliche Sanierung der 400 Meter langen Zuchthausmauer abgesichert. Und zweitens kann sie, eine Genehmigung des Finanzministeriums vorausgesetzt, einen Teil des Geldes abzweigen, um das einstürzende Dach der ehemaligen Stanze zu sichern.

Sylvia Wähling: „Mit der Sanierung der Mauer wurde bereits begonnen. Sie ist in Teilen baufällig und muss dringend gesichert werden.“ Bei einigen Abschnitten wird die Höhe dazu um 1,55 Meter abgesenkt, auf das Maß, dass die Mauer vor Ende des Zweiten Weltkrieges hatte. Andere Elemente bleiben in voller Höhe und mit aufgesetzten Glasscherben erhalten. Hier sorgen von außen angesetzte Stahlstreben für neue Stabilität.

Zu den Sorgen um die marode Mauer habe sich in den vergangenen Wochen allerdings neue Probleme gesellt: Das Dach der Pentaconhalle ist nicht mehr stabil. Sylvia Wähling: „Es stürzt ein, und wenn wir es nicht sichern, können wir auch die historische Schallschutzpaneele nicht retten.“ Sie hofft daher, dass das Finanzministerium die Umwidmung eines Teils der Gelder genehmigt.

„Die Mittel aus dem früheren DDR-Vermögen fließen ausschließlich in Sanierungsprojekte“, so Wähling. In dem ehemaligen Zuchthaus Cottbus waren zu DDR-Zeiten Tausende Gefangene aus politischen Gründen inhaftiert. Etliche wurden vom Westen freigekauft.

Heute ist die alte Haftanstalt eine Gedenkstätte. Das Menschenrechtszentrum bewirtschaftet als Eigentümer ein Areal von 22 000 Quadratmetern und finanziert sich über Spenden und aus Eintrittsgeldern. Jährlich muss das Zentrum 160 000 Euro an Betriebskosten aufbringen.

(hil)