Wir wollen nicht spekulieren, aber die Angaben des Landes sind nicht ganz ohne“ , sagte Jürgen Peter vom Schulverwaltungsamt im Bildungsausschuss.
Das Land, das das Gymnasium in der Sielower Straße in die Trägerschaft der Stadt übergeben will, hatte den bereits ausgehandelten Finanz-Kompromiss als „fair“ bezeichnet. Cottbus werde dabei bei der Finanzierung günstiger gestellt. Peter deutete an, dass sich diese Aussage des Bildungsministeriums auch belegen lasse.
Ziel der Stadt sei es jedoch, so Peter, „eine Schule zu übernehmen, die in Ordnung ist“ . Er spielte damit auf eine Liste des Gymnasiums an, in der nötige Bau- und Reparaturarbeiten aufgeführt sind. Vertreter von Stadt, Schule und Ministerium haben sich gestern bei einer Begehung ein Bild von den Schäden gemacht. Nach Angaben der Landtags abgeordneten Martina Münch (SPD) müsse dringend etwas an der Heizungs- und an der Elektroanlage gemacht werden. „Diese Kosten sollte das Land übernehmen.“
Von den großen Fraktionen bekräftigten CDU und SPD im Bildungsausschuss, dass die Stadt die Trägerschaft übernehmen soll. „Die Debatte wirkt, als wäre Cottbus nicht in der Lage, solch eine Schule zu führen“ , sagte der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Neubert (SPD), selbst Leiter einer Schule, die vom Land auf die Stadt übertragen wurde.
Die städtische Sorben-Beauftragte Anna Kossatz erklärte, mit der städtischen Trägerschaft könne auch das Witaj-Sprach-Projekt und das Schulmodel mit einem Oberschulzweig in der früheren Realschule in Sielow umgesetzt werden (die RUNDSCHAU berichtete).
Eine Vorentscheidung soll am 18. Oktober im Finanzausschuss fallen. Tags zuvor gibt es vertiefende Gespräche am Gymnasium. Die endgültige Entscheidung sollen die Stadtverordneten Ende Oktober treffen. (jg)