| 14:01 Uhr

Gegen Karies und Sprachfehler

Ins Maul geschaut Eine Schulstunde der ganz anderen Art erlebten rund 500 Mädchen und Jungen aus Grundschulen der Region sowie aus dem polnischen Zielona Gora am Mittwoch beim Tag der Zahngesundheit im Cottbuser Tierpark.
Ins Maul geschaut Eine Schulstunde der ganz anderen Art erlebten rund 500 Mädchen und Jungen aus Grundschulen der Region sowie aus dem polnischen Zielona Gora am Mittwoch beim Tag der Zahngesundheit im Cottbuser Tierpark. FOTO: Michael Helbig (Michael Helbig)
Cottbus. Fast zwei Drittel der Kinder aus Brandenburg und Sachsen gehen nicht zum Zahnarzt. Jedoch sind kariesfreie Milchzähne die Voraussetzung dafür, dass auch die nachwachsenden Zähne gesund sind. Hannelore Gogorick

Brandenburger Eltern gehen mit Ihren Kindern viel zu selten zur Vorsorge zum Zahnarzt. Das geht aus dem aktuellen Zahnreport der Barmer hervor. In der Altersgruppe der zweieinhalb bis sechsjährigen Kinder lag die Inanspruchnahme zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchungen im Jahr 2015 in Brandenburg bei nicht einmal 38 Prozent, in Sachsen ist es ein Prozent mehr. "Kariesfreie Milchzähne sind die Voraussetzung dafür, dass auch die nachwachsenden Zähne gesund sind. Müssen Zähne gezogen werden, können die Zahnlücken bleibende Sprachfehler verursachen. Eltern sollten möglichst früh mit ihren Kindern zur zahnärztlichen Vorsorge gehen, damit mögliche Erkrankungen und Entwicklungsstörungen im Zahn-, Mund-, und Kieferbereich rechtzeitig erkannt werden", sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg anlässlich des Tags der Zahngesundheit am 25. September 2017.

"Kinder werden kaum ein positives Verhältnis zu ihrem Zahnarzt aufbauen, wenn dieser schon beim ersten Besuch bohren muss. Eltern sollten Früherkennungsuntersuchungen als vertrauensbildende Maßnahme für ihre Kinder zum Zahnarzt nutzen und sich beim Zahnarzt über die richtige, altersgerechte Zahnpflege informieren," so Leyh weiter. Für die Zweieinhalb- bis Sechsjährigen tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für maximal drei Früherkennungsuntersuchungen im Abstand von mindestens zwölf Monaten. Barmer-Versicherte können mit ihren Kindern schon ab dem sechsten Lebensmonat zwei zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen.

Generell zeigt der Zahnreport der Barmer erfreuliche Tendenzen. So ist die Anteil der Versicherten, die eine Zahnfüllung bekommen haben, im Jahr 2015 in Brandenburg auf 33,2 Prozent gesunken, fünf Jahre zuvor waren es noch 35 Prozent. In Sachsen waren es 35,5 Prozent, fünf Jahre zuvor 37,9 Prozent.

Auch Wurzelbehandlungen sind leicht zurückgegangen von 6,9 Prozent im Jahr 2010 auf 6,2 Prozent im Jahr 2015. In Sachsen waren es jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger. Bei 9,8 Prozent der Brandenburger Versicherten musste der Zahnarzt im Jahr 2015 die Zange ziehen, fünf Jahre zuvor war dies bei 10,3 Prozent der Fall. Die Zahlen für Sachsen sind auch hier ähnlich: 9,6 Prozent im Jahr 2015 gegen 10,8 Prozent fünf Jahre zuvor.