Von Kathleen Weser
und Jan Augustin

Die Lausitz leidet unter der Hitze und der langanhaltenden extremen Trockenheit. Die Straßenbäume sind inzwischen so stark gestresst, dass grüne Äste abbrechen können. Das bestätigt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg. Kronenteile und stärkere Äste können spontan bersten – vor allem von älteren Bäumen. Wegen der unzureichenden Wasserversorgung lässt der Zelldruck in den Ästen nach, das Holz verliert die notwendige Spannung, völlig gesunde und belaubte Äste geben nach. „Das ist nicht vorhersehbar, kann also auch im Zuge der regelmäßigen Baumkontrollen nicht entdeckt und damit auch nicht vermieden werden“, warnt Mitschka vor spontanen Astbrüchen.

Der Lausitzer Wasserhaushalt ist angespannter denn je. Gut 30 Millionen Kubikmeter Wasser fehlen der Natur. Und bei weiter sinkenden Pegeln wird es bereits schwierig, die wichtigsten Abflüsse zu stabilisieren. Die Talsperren Bautzen und Quitzdorf (Sachsen) helfen mit Wasserabgaben. Denn auch der Senftenberger See hat nur noch einige Zentimeter bis zum kritischen Punkt, an dem der Wasserstand nicht weiter sinken darf, damit die unsanierte Insel des Alttagebaus nicht ins Rutschen kommt. Dies war bei Niedrigwasser im vergangenen Jahr geschehen. Die Lage ist ernst: „Auch wenn keine aktive Abgabe aus dem Senftenberger See in die Schwarze Elster erfolgt, kann das Speicherbecken durch Verdunstung Wasservolumen verlieren“, sagt Thomas Frey, Sprecher des brandenburgischen Landesumweltamtes.