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| 14:48 Uhr

Risiko am Radweg in Gallinchen
Gefahr an Badestelle weitet sich aus

 Trotz des Risikos gilt die Spree an der Kutzeburger Mühle als beliebte Badestelle.
Trotz des Risikos gilt die Spree an der Kutzeburger Mühle als beliebte Badestelle. FOTO: LR / René Wappler
Cottbus. Ein zweiter Baum am Weg neben der Kutzeburger Mühle könnte jederzeit umkippen.

Die Spree an der Kutzeburger Mühle bildet ein größeres Risiko für Fußgänger, Radfahrer und Badegäste als bisher angenommen. Ursprünglich wollten die Mitarbeiter einer Fachfirma in der vergangenen Woche eine verfaulte Eiche am Ufer entfernen. Doch daraus wurde nichts. Denn vor Ort stellte sich heraus, dass in der Nachbarschaft eine 40 Meter hohe Robinie steht, von der ebenfalls Gefahr ausgeht. Darüber hinaus versperrt sie den Fachleuten den Weg zur Eiche, die sie zuerst abtragen wollten.

Sobald die Sommersonne das Wasser erwärmt, richten sich die Badegäste neben der Kutzeburger Mühle ein. Decken liegen am Ufer, Bälle schwimmen im Wasser, manchmal taucht ein Besucher ganz in die Spree ein. Viele Cottbuser halten diesen Platz für die ideale Badestelle. Nicht zu überlaufen, klein und überschaubar. Dabei lauert das Risiko direkt nebenan.

Nur wenige Meter entfernt, zwischen der Badestelle samt Bootssteg und dem Radweg, steht die verrottete Eiche. Entdeckt hatte sie ein Jäger aus Cottbus, Jürgen Dittmann.drängt nach eigenen Worten schon seit dem Jahr 1998 darauf, dass der Baum beseitigt wird. Doch seine Mühe sei vergeblich, sagt er.

Plan scheiterte

Vor einer Woche konnte er zum ersten Mal Hoffnung schöpfen. Fachbereichsleiter Stephan Böttcher aus dem Cottbuser Rathaus kündigte an, dass die Eiche innerhalb der nächsten Tage verschwinden werde. Zwar sei diesem Plan ein „zäher Klärungsprozess“ vorausgegangen. Denn die Eiche stehe auf einer Fläche des Landes. Der benachbarte Bootssteg hingegen befinde sich in der Obhut der Stadt Cottbus. Der Fachbereich lasse den Baum trotzdem abtragen, um das Risiko aus der Welt zu schaffen. So lautete der Zwischenstand zum Ende des Monats Juni.

Doch so schnell wird daraus nichts. Bei einem Besuch an der Kutzeburger Mühle entdeckten die Fachleute in der vergangenen Woche die marode Robinie, die der Eiche regelrecht im Weg steht. Das geht aus einer schriftlichen Antwort des Fachbereichsleiters an den CDU-Stadtverordneten Wolfgang Bialas hervor. Der Jäger Jürgen Dittmann hatte sich mit der Bitte um Hilfe an den Kommunalpolitiker gewandt, woraus ein monatelanger Austausch zur aktuellen Lage entstand. Nun stellt Wolfgang Bialas fest: „Das Problem besteht weiter.“ Er zeigt sich verwundert, „dass es 30 Jahre nach der Wende immer noch“ solche offenen Fragen gibt, wenn es um die Zuständigkeit der Behörden bei verfaulten Bäumen geht.

Denn wie der Fachbereichsleiter zu bedenken gibt, muss der Wasser- und Bodenverband aushelfen. Den Bäumen sei nämlich nur mit großer Technik beizukommen. Darüber wollen sich die Mitarbeiter des Rathauses in dieser Woche mit dem Verband abstimmen. Sie sehen die Gefahr, dass Teile in die Spree stürzen könnten. Somit bleibt das Risiko für Badegäste und weitere Besucher, die den Weg nutzen. Zumindest so lange, bis die Bäume verschwinden.