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| 15:41 Uhr

Gefälschte GEZ-Mahnungen: Neuer Prozess in Cottbus

Cottbus. Der Prozess gegen einen 17-jährigen Cottbuser, der wegen mehr als 200 gefälschten GEZ-Mahnschreiben zu dreieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt wurde, muss neu aufgerollt werden. Der Angeklagte hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. dpa/boc

Das Jugendschöffengericht hatte den Schüler Ende Februar unter anderem wegen Betruges und versuchten Betruges schuldig gesprochen. Mit dem neuen Prozess werde sich das Landgericht Cottbus befassen. Das teilte das Amtsgericht Cottbus am Donnerstag mit. Der junge Mann sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Dem Urteil zufolge versuchte der zur Tatzeit 15 und 16 Jahre alte Schüler, vor allem von Bürgern in Süddeutschland mit gefälschten Schreiben der Kölner Gebühreneinzugszentrale (GEZ) die Zahlung von etwa 80 000 Euro zu ergaunern. Bis der Fall im Frühjahr 2010 aufflog, hatten nur drei Angeschriebene gezahlt, und zwar rund 350 Euro. Dennoch legte ihm das Amtsgericht laut Urteil vor allem die große kriminelle Energie zur Last. Dieser Prozess galt wegen der hohen Kosten als einer der teuersten am Amtsgericht Cottbus.

Falls der Angeklagte auch in der neuen Verhandlung am Landgericht wie zuvor in dem Prozess des Amtsgerichtes schweigt, müssten erneut 280 Zeugen vor allem aus Baden-Württemberg und Bayern zur Aussage in die Lausitzstadt geladen werden. Beim vergangenen, nicht öffentlichen Prozess am Amtsgericht hatten etwa 230 Zeugen vor allem aus dem schwäbischen Raum in Cottbus ausgesagt. Die Hin- und Rückreise war bis zu 1400 Kilometer lang. Dadurch entstanden laut Urteil Kosten von mindestens 30 000 Euro, die der Angeklagte zahlen soll.