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Gedenkzug macht in Cottbus Station

Michael Wegener , Integrationsbeauftragter der Stadt Cottbus, und Thomas Poppel vom Verein Lausitz-Akademie (v. l.) laden zum Besuch des „Zuges der Erinnerung“ ein.
Michael Wegener , Integrationsbeauftragter der Stadt Cottbus, und Thomas Poppel vom Verein Lausitz-Akademie (v. l.) laden zum Besuch des „Zuges der Erinnerung“ ein. FOTO: Becker
Cottbus.. Mit dem „Zug der Erinnerung“ soll bundesweit auf das Schicksal von mehr als einer Million Kinder und Jugendliche aufmerksam gemacht werden, die von den Nationalsozialisten deportiert und getötet worden sind. Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 27. April, in Cottbus Station machen. Jürgen Becker

Ab 9 Uhr werde sie auf Gleis 1 zu besichtigen sein, kündigte Michael Wegener, Integrationsbeauftragter der Stadt Cottbus, gestern an. Thomas Poppel vom Verein Lausitz- Akademie sagte: „Bestandteil der Cottbuser Spurensuche sind auch die Geschichtsblätter des Historikers Dr. Walter Strnad zur Verfolgung der Sorben und der Lager in der Region.“ Vorgestellt würden zudem die Aktion „Stolpersteine“ , die an aus Cottbus deportierte Juden erinnere, und ein Projekt der Fachhochschule Lausitz.
Der "Zug der Erinnerung" besteht aus einer Dampflok und mehreren Ausstellungswagen, in denen Fotos und Briefe der Deportierten gezeigt werden. Cottbus sei die letzte Station in Brandenburg, bevor der Zug über Dresden, Bautzen und Görlitz die Gedenkstätte in Auschwitz erreiche, sagte Poppel. „Die Beiträge aus Cottbus werden in Kopie den Zug begleiten und in Auschwitz niedergelegt werden.“ Die Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg, Prof. Karin Weiss, werde den Zug gegen 18 Uhr aus Cottbus verabschieden.
„Uns ist es besonders wichtig, dass Kinder gemeinsam mit ihren Eltern diese Ausstellung besuchen“ , sagte Wegener. Bisher hätten die Organisatoren aber keine einzige Rückmeldung von Schulen erhalten, obwohl sie alle angeschrieben hätten. „Das ist wirklich ein Problem, dass der Halt des Zuges in Cottbus auf einen Sonntag fällt.“ In anderen Städten hätten Tausende die Ausstellung besucht.
Initiatoren des Zuges sind Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland, die damit "einen Beitrag gegen Antisemitismus, Fremdenhass und nationalen Größenwahn" leisten wollen, so Lothar Judith, Pressesprecher des Cottbuser Aufbruchs. „Es ist höchste Zeit, an die deportierten Kinder zu erinnern. Ihre Ermordung gehört zu den grausamsten Taten der Menschheitsgeschichte.“
Im Internet finden sich unter www-zug-der-erinnerung.eu Darstellungen zu etlichen Einzelschicksalen. Gruppen können sich anmelden unter infos@lausitzakademie.de oder 0171 1429444.