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Gedenkstein für beliebten Turnower

Der Gedenkstein für Günther Erdmann zwischen Schule und seinem ehemaligen Wohnhaus in Turnow.
Der Gedenkstein für Günther Erdmann zwischen Schule und seinem ehemaligen Wohnhaus in Turnow. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Turnow. Es mag außergewöhnlich sein, dass sich Schüler an ihren früheren Lehrer derart gern zurück erinnern, dass sie ihm sogar ein Denkmal setzen. Im Fall von Günther Erdmann, der 1948 seinen Dienst an der Turnower Grundschule aufnahm, ist eine solche Ehre absolut nachvollziehbar. Georg Zielonkowski / ski1

War er doch wegen seiner fachlichen Qualitäten als Erdkunde-, Mathematik- und Deutschlehrer ebenso beliebt, wie wegen seiner Nähe zu den dörflichen Besonderheiten der damaligen Zeit. So stellte er zur Erntezeit seine Schützlinge gelegentlich vom Unterricht frei, damit diese ihren Eltern hilfreich zur Seite stehen konnten. Auch, dass es die Idee des baumlangen Pädagogen war, 1951 in Turnow einen Spielmannszug zu gründen, wird ihm bis heute hoch angerechnet. Bei der Festveranstaltung auf dem Schulhof waren es übrigens die "Nachfahren" der damaligen Erstmusikanten, die für die stimmungsvolle Umrahmung des Tages sorgten. Zu dem kehrten viele seiner ehemaligen Schüler, wie Bärbel Hobracht in ihre alte Heimat zurück. "Ich habe extra mein Poesie-Album hervorgeholt, in dem Herr Erdmann im Juni 1959 etwas schrieb, was mir über 58 Jahre eine Aufgabe bedeutet. Dass man nämlich die Blätter im Buch des Lebens stets mit guten Taten füllen soll, hat er mir damals empfohlen."

Irmgard Sonke, ebenfalls Schülerin und später über viele Jahre Bürgermeisterin in Turnow, erinnerte in ihrer Festansprache, dass "Herr Erdmann eine starke Persönlichkeit war, die wir trotz seiner Strenge geachtet und sogar verehrt haben. So war es damals üblich, dass man sich bei ihm an seinem Geburtstag mit Lebensmitteln aus der eigenen Landwirtschaft bedankt hat".

Gemeinsam mit seiner Frau Margarete, die ebenfalls in Turnow als Lehrerin tätig war, verzog der beliebte Turnower Lehrer und Schuldirektor nach Kronshagen bei Kiel, wo er im Sommer 2000 verstarb. Für seine dort lebende Ehefrau verfasste die Gemeinschaft der im Andenken versammelten Turnower eine Grußschrift mit den Unterschriften der Anwesenden.

Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die Gedenktafel im Sommer bereits beim Turnower Jubiläums-Dorffest. Nun bekam sie ihren Platz zwischen dem ehemaligem Schulhaus und dem Wohnhaus der damaligen Lehrer. "Christine Semisch vom gleichnamigen Natursteinbetrieb aus unserem Nachbardorf Drehnow hatte nicht nur den riesigen Stein dafür aufbereitet, sondern auch den Großteil der erforderlichen Kosten übernommen", sagt Fritz Schwella., Initiator der Erdmann-Ehrung.