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| 17:02 Uhr

Geschichte im Menschenrechtszentrum
Gedenkstätte Cottbus zeigt berüchtigte DDR-Haftzelle

Blick in die Dauerausstellung der Cottbuser Gedenkstätte.
Blick in die Dauerausstellung der Cottbuser Gedenkstätte. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus. In der Zuchthaus-Gedenkstätte des Menschenrechtszentrums Cottbus wird künftig auch eine in der DDR als „Tigerkäfig“ bekannte Haftzelle gezeigt.

Eine authentisch rekonstruierte Zelle, die zu DDR-Zeiten besonders berüchtigt war, soll nach mehrmonatigen Bauarbeiten am 21. August vorgestellt werden, teilte das Menschenrechtszentrum am Freitag in Cottbus mit. Die Inhaftierung in einem „Tigerkäfig“, einer Zelle mit zusätzlichem Gitter vor der Innenseite der Tür, sei eine der Disziplinarmaßnahmen im Cottbusser Strafvollzug gewesen, hieß es.

Die von den Häftlingen so bezeichneten „Tigerkäfige“ seien knapp viereinhalb Meter lang, gut zwei Meter breit und rund zweieinhalb Meter hoch gewesen, hieß es weiter. Eine Isolation im „Tigerkäfig“ habe von einer Woche bis zu mehreren Monaten oder weit über einem Jahr dauern können. Schlaf- und Liegemöglichkeiten hätten dort nur nachts zur Verfügung gestanden.

Zur öffentlichen Präsentation des „Tigerkäfigs“ am 21. August würden auch drei ehemalige Häftlinge erwartet, die von ihren Erlebnissen in den Arrestzellen erzählen werden, hieß es weiter. Darunter sei auch der unter anderem wegen seiner AfD-Nähe umstrittene frühere sächsische Stasi-Beauftragte Siegmar Faust, der Mitte der 70er Jahre 401 Tage im „Tigerkäfig“ verbracht habe, weil er eine handgeschriebene Zeitung mit dem Titel „Armes Deutschland“ unter den Häftlingen in Umlauf gebracht habe.

Bei der Schließung des Gefängnisses 2002 hätten andere Gedenkstätten Gegenstände vor Zerstörung und Diebstahl gerettet. Einer der „Tigerkäfige“ sei so in den Besitz der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen gekommen und sei nun als Dauerleihgabe der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus übergeben worden.

(epd/uf)