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| 18:48 Uhr

Fussball
Die SG Sielow hat wieder einen Lauck

Die in Sielow enthüllte Gedenktafel für Reinhard Lauck
Die in Sielow enthüllte Gedenktafel für Reinhard Lauck FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Gedenkspiel für eine DDR-Fußball-Legende Von Georg Zielonkowski

Zurecht stolz ist man in Sielow auf den wohl berühmtesten Sportler des früheren Dorfes. War doch der 1946 geborene Reinhard – hier wie später stets „Mäcki“ genannt – nicht nur in der DDR-Oberliga später eine feste Größe. Der größte Erfolg des 1997 verstorbenen Fußballers war der Sieg der DDR-Auswahl bei den Olympischen Spielen von Montreal 1976.

Eine Ehrentafel wurde bereits 2006 anlässlich des 60. Geburtstages des Fußballhelden am Sportlerheim der SG Sielow enthüllt. Nun gab es ein Gedenkspiel, bei dem sich die aktuellen Mannschaften seines ersten und seines letzten Vereins BFC Dynamo zum freundschaftlichen Vergleich trafen. Als 12-Jähriger war Lauck der SGS beigetreten, um zwei Jahre später zur ASG Vorwärts Cottbus zu wechseln. Seine letzte Station als aktiver Kicker war zugleich seine längste, absolvierte er doch von 1973 bis 1981 stolze 152 Spiele für die Weinroten aus der DDR-Hauptstadt. Dass der Mittelfeldspieler im Herzen seiner Berliner Fans noch immer einen Platz hat, bewies sich am Sonntag am Rande des besagten Spiels in Sielow. Eine Gruppe von BFC-Anhängern legte an der Ehrentafel ein Blumengesteck und einen Dankesbrief nieder. „Diese Geste hat uns einerseits völlig überrascht und berührt. Sie hat aber auch gezeigt, dass wir mit der Idee des Mäcki-Gedenkspiels anläßlich seines Eintritts in unseren Verein richtig gelegen haben und unser berühmtester Kicker auch anderswo nicht vergessen ist“, so der Sielower Fußball-Abteilungsleiter Fußball Christian Kschenka.

Irgendwie passend zum Anlass war am Sonntag in der SGS-Männermannschaft  erstmals wieder ein Lauck aufgetaucht. Aus der eigenen Jugend kommend bestritt Justin Lauck im Tor der Gelbschwarzen sein erstes Spiel. „Mein Verwandtschaftsverhältnis zu Mäcki Lauck ist nicht so leicht zu erklären. Mein Opa Harald ist wohl der Neffe unseres berühmten Familienmitgliedes“, erzählte der 18-Jährige. Der den Ehrenanstoß der Partie vollzog und anschließend bei der 0:7-Niederlage seiner Mannschaft gegen den BFC als einer der drei Sielower Keeper für 30 Minuten im Kasten stand. Dort blieb er dank einiger außergewöhnlicher Paraden ohne Gegentor. „Von dem Burschen erwarte ich Einiges. Zunächst wird er unserem Stammkeeper Martin Weise Druck machen, weil er natürlich selbst erster Torwart werden will. Man darf gespannt sein, ob sich bei uns der nächste berühmte Lauck entwickelt“, so SGS-Trainer Uwe Kleemann am Rande der Partie.

Nachfahre Justin Lauck übernahm den Ehrenanstoß des Gedenkspiels zwischen der SG Sielow und dem BFC Dynamo.
Nachfahre Justin Lauck übernahm den Ehrenanstoß des Gedenkspiels zwischen der SG Sielow und dem BFC Dynamo. FOTO: Georg Zielonkowski