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| 01:02 Uhr

Gedenken an Opfer der Nazi-Pogrome

Cottbus.. Mit Kränzen und Blumen wurde gestern der während der Nazi-Herrschaft ermordeten Juden von Cottbus gedacht. An der Gedenktafel für die Jüdische Gemeinde der Stadt und ihre in der Pogromnacht vom 9. H.-Jürgen HennigFoto: Helbig

November 1938 niedergebrannte Synagoge forderte Pfarrerin Johanna Melchior Wachsamkeit: „Wir wollen nicht vergessen, was damals geschehen ist, und wir wollen wachsam sein in unseren Tagen.“
Trauriger Beweis für die Aktualität dieser Bemerkung: In der Nacht zum Mittwoch wurde der Gedenkstein auf dem alten jüdischen Friedhof in der Straße der Jugend mit Nazisymbolen beschmiert. Die Stadtverwaltung veranlasste, dass die Schmiererei sofort entfernt wurde. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Sozialdezernent Berndt Weiße sagte am Gedenkstein, Cottbus habe durch die Pogrome „einen wichtigen Teil seiner geistigen und kulturellen Elite verloren“ . Es sei die Pflicht der heutigen Generation, Lehren zu ziehen aus dieser Zeit und die Verantwortung gegenüber der Jugend wahrzunehmen. Antisemitismus flackere immer wieder auf. „Deshalb brauchen wir tägliche Zivilcourage und ein objektives Geschichtsbild.“
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Cottbus, Ghennadi Cusmir, dankte allen Cottbusern, „die uns bei Pro blemen unterstützen und die Anteil nehmen an unserer Trauer“ . Von 400 Cottbuser Juden seien 388 von den Nazis ermordet worden. Heute hat die Gemeinde wieder etwa 300 Mitglieder. In Cottbus leben etwa 1000 Bürger jüdischen Glaubens. (jg)