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| 18:04 Uhr

Gedenken
Erinnern an die Opfer von Krieg und Gewalt

Das Denkmal soll auch künftig an feierlichen Anlässen genutzt werden.
Das Denkmal soll auch künftig an feierlichen Anlässen genutzt werden. FOTO: Marion Hirche
Peitz. Peitzer gedenken ihrer Toten in Dörfern des Amtes

Die Peitzer haben am Sonntag in mehreren Dörfern ihres Amtes ihrer Toten in Kriegen und von Gewalttaten gedacht.  Es gab  Kranzniederlegungen in Tauer, Drachhausen, Drehnow, Preilack, Turnow, Jänschwalde und in Peitz.

Die Gedenkveranstaltung in der Fischer- und Festungsstadt fand am  Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges  am alten Peitzer Bahnhof statt. Dort sind in einer Mauer die Namen aller Gefallenen des vor hundert Jahren zu Ende gegangenen Krieges festgehalten.

Der Peitzer Bürgermeister Jörg Krakow (SPD) erinnerte in seiner  Ansprache  an die  Geschichte des Volkstrauertages: „Der Volkstrauertag wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen. Am 1. März 1925 wurde der Volkstrauertag erstmals begangen. Am Vortag war der erste Reichspräsident Friedrich Ebert verstorben. In Peitz fühlte sich der Tuchfabrikant Adolf Rehn verpflichtet dem Vergessen entgegen zu wirken“.

Der Unternehmer gründete  eine Stiftung und stellte der Stadt 100 000 Mark für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Seine Bedingung war, dass ein Viertel davon zur Errichtung eines Denkmals genutzt werden. Ein Denkmalsausschuss wurde 1926 gegründet und es wurden Angebote eingeholt. Die Dresdner Firma „Friedhofskunst Stösslein“ schlug genau wie schon für ein Mahnmal in Spandau  einen ruhenden Soldaten mit Stahlhelm und Adler vor.  Die Peitzer wünschten sich den Krieger ohne Helm. Diesem Wunsch wurde entsprochen. Das heutige Denkmal zeugt davon. 1928 wurde es eingeweiht. Seitdem finden hier regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt.

Seit 1952 gibt es den Volkstrauertag immer am zweiten Sonntage vor dem ersten Adventssonntag. Jörg Krakow nutzte  die Chance, um  daran zu erinnern, dass der Frieden nach wie vor kein Geschenk ist: „Die damalige Opferbereitschaft der Soldaten ist für die meisten Menschen weit entfernt. Aber auch wir sind darauf angewiesen, dass Mitbürgerinnen und Mitbürger bereit sind, unser Land und unsere Werte im Ernstfall zu verteidigen. Unsere Soldatinnen und Soldaten, die in der Bundeswehr ihren Dienst tun, haben diese Aufgabe für uns alle übernommen. Darum ist heute auch ein Tag des Dankes“.  

In Anwesenheit von Bundeswehrsoldaten legten Vertreter der Stadt, des Amtes und von Vereinen Kränze nieder. Dazu spielte der Bläserchor der evangelischen Kirche Peitz. Unter den Teilnehmern war auch der Peitzer Abgeordnete Olaf Bubner: „Mein Opa hat vom 1. Weltkrieg erzählt, wenig, aber einprägsam“.  Auch  Alexander Schellschmidt bestätigte familiäre Bezüge: „Der Bruder meines Uropas ist im 1. Weltkrieg gefallen“. Am Rand des Gedenkens kündigte der Peitzer Bürgermeister an, dass Anstrengungen unternommen werden, um eine würdige Erinnerungsstätte auch für die  Toten späterer Kriege zu schaffen.

Das Denkmal soll auch künftig zu feierlichen Anlässen genutzt werden.
Das Denkmal soll auch künftig zu feierlichen Anlässen genutzt werden. FOTO: Marion Hirche
(jul)