Von Peggy Kompalla

Eine gute Nachricht vorweg: Für saubere Straßen müssen Cottbuser im kommenden Jahr deutlich weniger bezahlen. Dafür steigen die Gebühren für die Müllentsorgung spürbar. Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) versichert, dass die neue Biotonne nur einen geringen Teil der Mehrkosten ausmache. Die Vorbestellungen für die Biotonne sind demnach bislang schleppend. In Cottbus werden sie zum Jahreswechsel erstmals eingeführt – zunächst auf freiwilliger Basis.

Vorurteile gegenüber der Biotonne

Thomas Bergner verrät: „Ich mache es. Ich habe die Biotonne bestellt.“ Seine Nachbarn lassen ihn erst einmal machen. „Sie wollen sehen, wie das funktioniert.“ Der Ordnungsdezernent kennt die Vorurteile nur zu gut: Die Biotonne stinkt und lockt Ungeziefer an. Bei richtiger Handhabung werde das aber nicht geschehen, versichert Thomas Bergner. „Der Vorteil ist, dass man Grünschnitt in der Biotonne mit entsorgen kann. Das ist vor allem für unsere ländlichen Ortsteile interessant.“ Er ist sich sicher, dass er auch seine Nachbarn rumkriegen wird. Nach demselben Prinzip laufe das bei den Großvermietern, hofft der Dezernent. Während die Gebäudewirtschaft zu Jahresbeginn einsteigt, wartet die Genossenschaft eG Wohnen noch ab.

Biotonne ist freiwillig

Cottbus führt zum Jahreswechsel die Biotonne neu ein. Das ist freiwillig. Grundstückseigentümer sind also nicht dazu verpflichtet. Bislang gebe es knapp 400 Vorbestellungen. „Unser Ziel war es, mit 5000 Biotonnen zu starten“, verrät der Dezernent. „Das werden wir aber nicht schaffen.“ Er wirbt trotzdem noch einmal: Schließlich zahlen die Cottbuser für die Müllentsorgung eine Einheitsgebühr. „Mit der Biotonne habe ich eine zusätzliche Dienstleistung, die ich in Anspruch nehmen kann.“

Thomas Bergner betont, dass die Einführung der Biotonne nur einen geringen Anteil an der Gebührensteigerung für die Müllentsorgung hat. „Die Biotonne macht davon nur sieben Prozent aus“, versichert er. Die Gebühren steigen demnach aufgrund höherer Entgelte für den Dienstleister Alba, einer Unterdeckung aus dem Betriebsergebnis 2018 und der stärkeren Nutzung einzelner Leistungen, wie etwa der Abgabe von Elektroschrott oder Leuchtstoffröhren. Aber auch neue Vorschriften machen die Entsorgung teurer, etwa für asbesthaltige Teerpappen.

Kosten für Abfallentsorgung steigen

Die Kosten für die Abfallentsorgung steigen im kommenden Jahr spürbar. Bei der 14-tägigen Entleerung einer 60-Liter-Tonne werden ab 2020 jährlich 82,94 Euro fällig statt bisher 74,36 Euro.

Für die Einheitsgebühr wird in Cottbus nicht nur der Hausmüll entsorgt, sondern auch die Biotonne und die blaue Altpapier-Tonne bereitgestellt. Außerdem werden Sperrmüll, Schrott und Elektroaltgeräte am Grundstück abgeholt und  geringe Mengen gefährlicher Abfälle entsorgt. Auch die Nutzung der  drei Wertstoffhöfe ist für Cottbuser ohne Extra-Gebühr möglich. Die Stadt wird die Winteröffnungszeiten ab dem kommenden Jahr aufgrund der geringeren Nutzerzahlen um eine Stunde reduzieren. Im Januar und Februar sind die Wertstoffhöfe werktags demnach von 11 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Gebühren für die Straßenreinigung und den Winterdienst sinken dagegen im kommenden Jahr. „Das zieht sich durch alle Reinigungsklassen“, erklärt der Ordnungsdezernent. Die Preissenkung begründet sich vor allem darin, dass in den für die Kalkulation zugrunde gelegten Jahren 2014 bis 2018 kein harter Winter dabei war. Neben dem Überschuss aus dem vergangenen Jahr wirkt sich der niedrigere Gesamtaufwand in Höhe von 5,2 Prozent für die Straßenreinigung positiv auf die Gebühren aus.

Alle Informationen rund um die Biotonne gibt es im Internet: www.cottbus.de/biotonne. Dort findet sich auch gleich ein Anmeldeformular.