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| 13:00 Uhr

Ganztägiger Warnstreik am CTK Cottbus
Verdi: Thiem-Service soll nicht weiter zweite Klasse sein

Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der Cottbuser Klinikums-Tochter Thiem-Service GmbH am Donnerstag zum ganztägigen Warnstreik auf. Tarifverhandlungen sind bisher ins Leere gelaufen.
Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der Cottbuser Klinikums-Tochter Thiem-Service GmbH am Donnerstag zum ganztägigen Warnstreik auf. Tarifverhandlungen sind bisher ins Leere gelaufen. FOTO: dpa / Christophe Gateau
Cottbus. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die rund 170 Beschäftigten der Thiem-Service GmbH - Tochtergesellschaft des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums - für Donnerstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Im Kern geht es um eine Angleichung an den CTK-Tarif.

Von 6 Uhr bis 22.45 Uhr sollen die Mitarbeiter der Thiem-Service GmbH, die im Carl-Thiem-Klinikum Serviceleistungen für die Patienten auf den Stationen erbringen sowie in der Sterilgutaufbereitung, in der Poststelle und im Krankenhausarchiv arbeiten, die Arbeit niederlegen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft dazu auf. Ab 6.45 Uhr wird in der Cottbuser Verdi-Geschäftsstelle, Calauer Straße 70, ein Streikfrühstück ausgerichtet.

Mit dem Streik soll die Angleichung an den Tarifvertrag mit der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH durchgesetzt werden. „Die Beschäftigten der Thiem-Service GmbH wollen nicht länger die Arbeitnehmer zweiter Klasse im Klinikum sein“, sagt Gewerkschaftssekretär Ralf Franke. Wie Verdi mitteilt, verdient eine Serviceassistentin in der TSG bis zu 25 Prozent weniger als beispielsweise ein CTK-Beschäftigter des krankenhausinternen Patiententransportes. Der TSG-Tarifvertrag wurde von Verdi im September gekündigt.

Anlass für den Streik ist Franke zufolge, dass es bei den Tarifverhandlungen im November keine Einigung gab. „Der für den 20. Dezember 2018 vereinbarte dritte Verhandlungstermin wurde von der TSG einseitig abgesagt.“ Die Geschäftsführung habe Tarifverhandlungen einseitig ausgesetzt, teilt Verdi weiter mit.

Die Gewerkschaft hat das von Arbeitgeberseite vorlegte Sondierungsangebot „als völlig unzureichend zurückgewiesen“, erklärt Ralf Franke. Demnach sollte es 100 Euro Einmalzahlung geben und sich die Entgelte ab 1. Januar 2019 um 2 Prozent und ab 1. Januar 2020 nur um weitere 1,5 Prozent erhöhen. Das wären laut Verdi Stundenlöhne ab Januar 2019 um nur 18 Cent bis 20 Cent mehr. Der Stundenlohn einer Serviceassistentin würde sich dann auf 9,82 Euro und ab einer vierjährigen Beschäftigung auf 10,13 Euro pro Stunde erhöhen. Verdi dazu: „Damit würde sich das Monatsentgelt bei einer Serviceassistentin, die in der Regel nur mit 30 Stunden pro Woche beschäftigt wird, nur um rund 25 Euro brutto erhöhen. Der Nettobetrag ist dann noch viel niedriger!“

Götz Brodermann, Geschäftsführer der TSG und des Klinikums, verweist auf die ihm zufolge viel zu hohen Forderungen Verdis. Die TSG habe ein branchenübliches Angebot gemacht. „Verdi konnte sich nicht einmal auf eine Diskussionsebene einlassen“, so Brodermann. Daher habe er den letzten Verhandlungstermin platzen lassen. Dennoch: „Ich bin guten Mutes, dass es im Frühjahr zu einem Tarifabschluss kommen wird mit Tarifsteigerung“, so der TSG-Chef.

(red/SvD)