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Gallinchen kritisiert Verkehrszahlen

Gallinchen. Wunder haben sie nicht erwartet, aber das nun vorgelegte Lkw-Führungskonzept regt die Gallinchener auf. Vorneweg Ortsvorsteher Dietmar Schulz. Peggy Kompalla

"Damit wird die Situation für Gallinchen zementiert", kritisiert er. Als CDU-Stadtverordneter hat er im jüngsten Umweltausschuss der Vorstellung des Konzeptes erlebt und er hinterfragt die vorgelegten Zahlen.

In dem Papier heißt es: "Auf der B 97 in der Ortsdurchfahrt Gallinchen beträgt die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) zirka 15 000 bis 18 000 Kfz innerhalb von 24 Stunden (Zählung Stadt Cottbus). Die Straßenverkehrszählung 2010 weist für die B 97 unmittelbar südlich eine DTV von 12 000 Kfz innerhalb von 24 Stunden aus." Diese Zahlen weist Dietmar Schulz als falsch zurück. "Die B 97 ist die am stärksten belastete Straße in Cottbus. Das ist Fakt." Im teilräumlichen Verkehrskonzept für Gallinchen aus dem Jahr 2009 stehen demnach andere Belastungswerte für Gallinchen. "Am Ortseingang im Süden kommen täglich 15 100 Fahrzeuge rein und an der Autobahn sind es 19 800", sagt Schulz. Seit der Zählung seien acht Jahre vergangen und der Verkehr - insbesondere der Schwerlastverkehr - habe noch einmal deutlich zugelegt.

Genau deshalb ist der Ortsvorsteher auf der Palme: "Wir nehmen uns doch selbst die Argumente." Dabei spielt er auf die schwierige Verkehrssituation von Gallinchen an, die auf absehbare Zeit keine Besserung bringen wird. Es gibt schlicht keine Alternativen. Die einzige Lösung - da sind sich die Verkehrsexperten einig - wäre der dritte Abschnitt der Ortsumfahrung, der allerdings in den Sternen steht. Noch dazu dräut das Lkw-Verbot auf der B 169. Die Konsequenz: Es wird noch mehr Schwerlastverkehr durch Gallinchen rollen. Das prophezeit Dietmar Schulz mit Grimm in der Stimme. "Wenn wir gegenüber dem Bund und dem Land argumentieren wollen, macht es eben einen Unterschied, ob wir von 10 000 oder 20 000 Fahrzeugen sprechen."

Mit Grauen schaut er schon jetzt auf den Zustand der Bundesstraße. Einen Vorgeschmack und damit Test für das wachsende Verkehrsaufkommen werde es bereits ab dem Sommer geben. Dann wird der Landesbetrieb für Straßenwesen die B 169 zwischen Schwarzheide und Cottbus wieder flott machen.