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Galerie Haus 23 stellt sehenswerte grafische Ansichten gegenüber

Matthias Körner, Andreas Walter, Joachim Böttcher stellen ihre Zeichnungen und Grafiken in der Galerie Haus 23 in Cottbus aus. Foto: bsu1
Matthias Körner, Andreas Walter, Joachim Böttcher stellen ihre Zeichnungen und Grafiken in der Galerie Haus 23 in Cottbus aus. Foto: bsu1 FOTO: bsu1
Cottbus. Drei Künstler, drei Stile: In der aktuellen Ausstellung der Galerie Haus 23 sind Zeichnungen und Grafiken von Matthias Körner, Andreas Walter und Joachim Böttcher zu erleben. Dem Betrachter erschließen sich dabei ganz unterschiedliche Bilderwelten und Herangehensweisen in der Arbeit der Maler. Bernd Schlue/bsu1

Was passiert, wenn drei Künstler mit ganz eigener Handschrift in einer Ausstellung zusammentreffen? Zunächst einmal freut es die Besucher, haben sie doch bei dieser Gelegenheit die Möglichkeit, Vergleiche zu ziehen. Diesen Vorteil bieten Gemeinschaftsausstellungen zwar zwangsläufig. Doch ist es in diesem Falle ein ausgesprochener Glücksumstand, gleich drei künstlerische Positionen von hoher Individualität und zugleich erstaunlicher Harmonie unter einem Dach zu finden.

Bindeglied gefunden

Für die Künstler wiederum ist es in jedem Falle die Herausforderung, sich diesem Vergleich zu stellen. Stellt sich also die Frage: Wenn sich Drei zusammenfinden, um gemeinsam auf relativ engem Raum auszustellen, was veranlasst sie, dieses Wagnis einzugehen? Die Antwort ist so simpel wie einleuchtend, meint Matthias Körner. Während er und Andreas Walter, beide mit Cottbuser Wurzeln, ohnehin eine gemeinsame Ausstellung anstrebten, fehlte ihnen auf Grund ihrer gegensätzlichen Darstellungsformen gleichsam ein Bindeglied.

Gefunden haben sie es in Joachim Böttcher. Der Berliner Maler, Bildhauer und Zeichner, inzwischen in der Uckermark zuhause, beherrscht das Zeichnen wie wohl kaum ein anderer in unserer Region.

Böttchers karg skizzierte Figuren und Motive sind bis auf das Wesentliche reduziert, bis hin zum Kubischen. Meist in schwarz-weiß, gelegentlich auch in verhaltenen Brauntönen gehalten, strahlen sie doch eine erstaunliche Leichtigkeit, ja fast Heiterkeit aus. Dass der Maler dabei auf unterschiedlichstem Papier arbeitet - vom exquisiten Bütten bis zum vergilbten Abreißblock - tut seinem feinen Strich keinen Abbruch.

Spurensuche

Andreas Walter präsentiert in der Ausstellung ausschließlich kleinformatige Arbeiten. Fast nur postkartengroß zwingen sie den Betrachter, ganz nah an die Zeichnungen heranzutreten und sich auf Spurensuche zu begeben. Gerade so wie Walter selbst, der die Dinge in der uckermärkischen Landschaft betrachtet, mit nach Hause nimmt und in Bildkompositionen verinnerlicht. So kehren Erinnerungen an das Gesehene in seinen Zeichnungen zurück: Sei es ein Stein, ein Strauch oder Raumdetail, in der Darstellung teils nicht mehr nachvollziehbar. Das solle für den Betrachter aber auch so sein, sagt Andreas Walter: "Er soll seine eigene Beziehung zum Bild herstellen."

Als einen "genialen Geniestreich" bezeichnet Hans Scheuerecker die Idee, Fotografien direkt in Grafiken zu verwandeln. Intagliotypie nennt sich diese Technik, eine Kombination aus Fotografie und Radierung, derer sich auch Matthias Körner bedient. Dabei werden Fotovorlagen mittels Kupferplatte und einer lichtempfindlichen Folie beschichtet und im Tiefdruckverfahren auf Karton gebracht. Körner, der auch als Fotograf unterwegs ist, stellte beim Sichten seines Fotobestandes irgendwann fest, dass manche der Bilder "sich wie Grafiken ansehen lassen". Seinen anspruchsvollen Ansatz in der technischen Umsetzung beschreibt der Künstler so: "Mein Ehrgeiz: Es soll Foto bleiben, aber Grafik werden."

Anerkennung

Entstanden sind so Drucke in Schwarz-Weiß von teils kräftigem Charakter, wobei das Schwarz in seiner Sattheit schon fast an Ruß erinnert. In der Ausstellung finden sich Eindrücke aus Nordafrika ebenso wie aus dem Innern des Schlachthofes in Straubing. Kleinformatige Fotografien ergänzen den Beitrag des Cottbusers. "Selten war eine Ausstellung so klein. Und selten so wunderbar", so Hans Scheuereckers anerkennendes Resümee in seinen begleitenden Worten zur Eröffnung.

Zum Thema:

Info zum ThemaZeichnung & Grafik. Joachim Böttcher, Andreas Walter, Matthias Körner in der Galerie Haus 23, Marienstraße 23 in Cottbus. Zu sehen bis 10. September, Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 18 bis 22 Uhr.