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| 14:33 Uhr

Vier-Sparten-Ensemble
Galastress und Sängersuche beim Pfiffikus-Ensemble

Cottbus. Am kommenden Wochenende zeigen die Nachwuchskünstler, was sie können. Sorgen gibt es aber beim Nachwuchs im Chor. Von Daniel Schauff

Karina Karow legt das Handy auf den Tisch. „Ohne geht es nicht mehr“, sagt sie. In den nächsten 15 Minuten wird es mindestens dreimal klingeln. Stress, positiver aber. Das sagt Karina Karow, das meint sie offenbar auch.

Nach und nach trudeln die jungen Artisten ein – es ist 15 Uhr, Probenstart. Jeden Tag ist die Leiterin des Ensembles Pfiffikus in der Turnhalle der Regine-Hildebrandt-Schule in Sachsendorf, mal mit jungen Sängern, mal mit jungen Tänzern, mal mit Nachwuchskabarettisten, mal – wie heute – mit Artisten. Während die sich langsam warm machen, erzählt Karina Karow von „ihrem“ Ensemble. Seit immerhin 18 Jahren leitet sie es, bereitet langsam aber sicher das 40-jährige Jubiläum des Ensembles vor. Im nächsten Jahr wird das gefeiert, in der Stadthalle, am 16. November.

Bis dahin vergeht noch viel Zeit, keine aber, die ohne Höhepunkte verstreicht. In dieser Woche, sagt die Ensembleleiterin, geht es ins Trainingslager nach Nebra in Sachsen-Anhalt. Eine Woche lang wird intensiv geprobt. Schließlich geht es bereits am 3. November auf die große Bühne in der Stadthalle (Karten bei der CMT an der Stadthalle und unter www.cmt-cottbus.de). Die diesjährige Pfiffikus-Gala steht bevor, aus allen vier Sparten werden die jungen Bühnenstars Auftritte zeigen. „Wir sind das einzige Vier-Sparten-Ensemble in Deutschland“, sagt Karina Karow stolz, bevor ihr Telefon klingelt. Noch einiges muss vorbereitet werden, bis es nach Nebra geht.

Zwischen 100 und 110 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von vier bis 20 Jahre arbeiten hart in ihren Sparten, manche sogar in zwei, sagt Karina Karow, betont: Es sei auch immer Spaß dabei. Aber der Anspruch ist hoch. Das wird deutlich beim Training der jungen Artisten. Die Muskeln sind warm, sie zeigen, was sie können, und das ist eine Menge. Schlicht „12“ heißt die Choreografie und jeder weiß, wer wen buchstäblich auf den Arm nehmen muss, während die Musik die Turnhalle in der Hildebrandt-Schule kurz zu einem atemberaubenden Ort macht.

Ein paar Sorgenfalten bereitet ihr die Sparte Gesang, sagt die Ensembleleiterin, selbst ausgebildete Tänzerin und Lehrerin. „Da brauchen wir dringend Verstärkung“, sagt sie. Gerade einmal drei Sängerinnen und Sänger haben sich aktuell für das Angebot im Ensemble entschieden. Die Konkurrenz durch die Schulchöre sei groß, sagt Pfiffikus-Chefin Karina Karow. Wer sich allerdings für die regelmäßigen Proben und Trainings in der Hildebrandt-Schule entscheide, denke künftig gern an die Zeit zurück. Besonders schön sei es, wenn Eltern, die einst selbst Mitglied im Ensemble gewesen seien, ihre Kinder später vorbeibrächten, sagt Karow. Und, wenn echte Kapazitäten auf den großen Bühnen des Landes ihre ersten Bühnenschritte im Pfiffikus-Ensemble gegangen seien. Christopher Brose etwa, heute Musicaldarsteller mit Hauptrollen in „Hinterm Horizont“ oder „We will rock you“, war einst Ensemblemitglied. Verbindungen gebe es immer noch.

Insgesamt acht Trainer und Trainerinnen sorgen dafür, dass in der Turnhalle der Regine-Hildebrandt-Schule die ersten Schritte eines erfolgreichen Künstlerlebens möglich sind – und der Förderverein, das betont Karina Karow ganz besonders, bevor ihr Telefon noch einmal klingelt.