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Gärtner beschäftigt junge Chemiker

Schlange gestanden nach Kaliumpermanganat und Milchsäure haben die Elftklässler im Landesfinale der Chemieolympiade.
Schlange gestanden nach Kaliumpermanganat und Milchsäure haben die Elftklässler im Landesfinale der Chemieolympiade. FOTO: Igel
Cottbus. Schüler aus ganz Brandenburg haben sich am Wochenende in Cottbus zum Landesfinale der 25. Chemieolympiade Brandenburgs. Das Steenbeck-Gymnasium sicherte beste Laborbedingungen. Nach den Tests gingen die Neunt-, Zehnt- und Elftklässler auf Exkursion in den Chemiekonzern BASF in Schwarzheide. Annett Igel-Allzeit

Kleingärtner Schmidt hat am Wochenende die besten Chemiker der Schulen Brandenburgs beschäftigt. Er will nicht nur größere Kartoffeln ernten. Auch die Stauden sollen blühen und die Beeren herrlich schmecken. Dafür hatte Schmidt auch schon Dünger geordert. Aber ist sein Keller zu feucht? Sämtliche Etiketten an den Düngemittel-Kartons und -beuteln waren abgefallen. Welcher Zettel gehört wohin? Wo ist das Bittersalz und wo das Thomasmehl, wo ist viel Eisen drin und wo das Ammoniumsulfat für die Kartoffeln? Die Schüler der 9. und 10. Klassen beäugten, was sich wie in ihren Reagenzgläsern färbte.

Bestens beschriftet waren dagegen die Fläschchen, vor denen die Elftklässler zeitweise Schlange standen. Mit den Pipetten sicherten sie sich ein paar Milliliter Milchsäure und das Nachweismittel Kaliumpermanganat. Und die Lehrer passten auf, dass sie auch alle ihre Schutzbrillen trugen. Aber die Nase musste freibleiben, denn auch ein guter Geruchssinn kann beim Experimentieren helfen.

Von den rund 150 Schülern aus Schulen in der ersten Wettbewerbsrunde hatten es 44 in das Landesfinale geschafft und hofften nicht nur auf gute Ergebnisse, sondern auch auf die Preise vom Fonds der Chemischen Industrie und des Brandenburgischen Landesvereins zur Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich interessierter Schüler (BliS).

Schüler aus Frankfurt/Oder aus Fürstenwalde, aus Potsdam, Ludwigsfelde, Wittenberge, Schwedt, Kleinmachnow und Straußberg waren angereist. Eine Schülerin aus dem Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide startete, zwei Schüler aus dem Philipp-Melanchthon-Gymnasium Herzberg/Elster waren dabei. Und neben den 13 Steenbeck-Schülern hatte es auch noch ein Schüler des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums Cottbus ins Landesfinale geschafft. Wie Katrin Zscheile, Bio- und Chemielehrerin am Steenbeck und Landesbeauftragte für die Chemieolympiade, mitteilte, hatten ehemalige Schüler geholfen, die Aufgaben zusammenzustellen. "Sie sind einst hier selbst an den Start gegangen und helfen uns besonders bei den Aufgaben für den Wissenstest. Martin Reinhold, Max Milewski und Tobias Sprenger, der übrigens in Potsdam Biologie und Chemie auf Lehramt studiert und gerade sein Praxissemester bei uns absolviert", zählte Katrin Zscheile durchaus stolz auf.

Exkursion zur BASF

Am Freitagabend hatten Schüler dann noch die Möglichkeiten, sich Cottbus anzuschauen, 31 von ihnen schliefen ohnehin im Internat. Aber sie taten gut daran, die Nachtruhe ab 22 Uhr einzuhalten, denn schon 6 Uhr wurden sie am Samstag geweckt. 7.30 Uhr stand der Bus nach Schwarzheide vor der Tür und die theoretische Klausur auf dem Plan. Doch während die Lehrer Punkte zählten, zogen die Schüler über das BASF-Gelände. "Für das Unternehmen geht es ja auch darum, sich künftige Fachkräfte zu sichern."

Alle Erstplatzierten kommen aus dem Steenbeck-Gymnasium. Jeweils erste Plätze belegten Fritz Bahns (Klasse 9), Jonas Schütze (Klasse 10) und Jan Bringmann (Klasse 11). Außerdem landeten Willi Wenzke (Klasse 9) und Erik Kalz (Klasse 11) jeweils auf Platz drei.