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Cottbus
Funktioniert die neue Parkordnung?

Parkplatzsituation in der Senftenberger Straße in Cottbus
Parkplatzsituation in der Senftenberger Straße in Cottbus FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Am 8. Februar können bei „LR vor Ort“ Bewohner der Spremberger Vorstadt ihre Fragen und Hinweise zum neuen Parkkonzept direkt bei den Verantwortlichen loswerden. Von Peggy Kompalla

Die Spremberger Vorstadt ist ein beliebtes Wohnquartier. Zwischen Carl-Thiem-Klinikum (CTK) und Bahnhof gibt es für die Anwohner aber ein Problem: Es fehlen Parkplätze. Damit sich die Situation bessert, hat die Stadt zum Jahreswechsel ein neues Parkraumkonzept umgesetzt. Neuerdings gibt es Parkscheinautomaten und Bewohnerparkplätze. Dafür wurden mehr als 200 neue Schilder aufgestellt, das letzte fand am 12. Januar seinen Platz. So verwundert es auch die Macher im Rathaus nicht, dass noch nicht alles rund läuft. Beste Gelegenheit, die Problemzonen anzusprechen und alle Fragen rund um die Parkzonen loszuwerden, bietet deshalb der nächste „LR vor Ort“-Termin am Donnerstag, 8. Februar. Thema ist das neue Parkraumkonzept in der Spremberger Vorstadt.

Ralf Junge sagt von sich und seiner Familie: „Wir sind geplagte Anwohner der Spremberger Vorstadt.“ Deshalb lobt er, dass an seinem Haus eine Bewohnerparkzone geschaffen wurde. „Das ist nicht schlecht“, betont er, fügt aber an: „Nur blöd, dass sich kaum jemand dran hält, obwohl die Schilder übersichtlich vor Ort stehen.“ Er beklagt, dass es keine Kontrollen gebe, und scherzt: „Die Stadt braucht wohl kein Geld in der Stadtkasse.“

Martin Gransalke ist der Leiter des städtischen Vollzugsdienstes im Ordnungsamt. Sprich: Er ist der Chef der Politessen. Angesichts der starken Veränderungen im Verkehrsraum zwischen Bahnhof und Krankenhaus müssten die Nutzer auch eine angemessene Übergangszeit zum Umgewöhnen bekommen. „Es gibt schon erste positive Rückmeldungen, aber auch kritische Stimmen“, sagt er und schiebt nach: „Wir wollen die Situation erst einmal beobachten. Diese Kraft müssen wir haben.“ Die Stadt wolle Aktionismus vermeiden. Die Beschilderung soll erst einmal unverändert bestehen bleibt. „Wir geben uns einen Zeitraum von einem halben Jahr, bevor wir das Konzept nochmals überprüfen.“

Parkraumkonzept
Parkraumkonzept FOTO: Geschäftsbereich IV, Stadtentwicklung und Bauen Fachbereich Stadtentwicklung, Elisabeth Wrobel / LR

Das bestätigt Manuel Helbig. Er ist der Chef der Straßenverkehrsbehörde und sagt: „Es findet gerade ein Verdrängungswettbewerb statt. Wir müssen erst einmal schauen, wo sich die Fremdparker hinverschieben, bevor wir nachjustieren.“ Martin Gransalke ergänzt: „Die Anwohnerparkzonen lösen nicht alle Probleme. Denn es werden ja nicht mehr Parkplätze, sondern wir sortieren den ruhenden Verkehr zum Vorteil der Anwohner neu.“

So gibt es in der Anwohnerparkzone Z VI – westlich der Thiemstraße zwischen Bahnhof und Klinikum – drei Parkkategorien. Erstens: die Anwohnerstraße wie die Räschener Straße. Dort dürfen nur Besitzer eines Parkausweises für die Zone Z VI ihre Autos abstellen. Zweitens: die Mischgebiete wie die Greifenhainer Straße. Dort gibt es neben Wohnhäusern öffentliche Einrichtungen. Im Beispiel der Greifenhainer Straße ist es eine Kita. In diesen Mischgebieten gibt es Parkplätze mit Zeitbeschränkung und Anwohnerparkplätze. Drittens: die gebührenpflichtigen Zeitparkzonen. Das ist nur die Leipziger Straße zwischen Thiem- und Senftenberger Straße. Dort stehen zwei Parkautomaten.

Eine Problemzone habe sich bereits nach den ersten Tagen herauskristallisiert, sagt Manuel Helbig. Das Wohnquartier an der Leipziger Straße. Dort weichen derzeit viele Fremdparker aus. „Wir haben die Intention, diesen Bereich ebenfalls zur reinen Anwohnerparkzone zu machen. Dazu sind wir mit dem Vermieter im Gespräch.“

Im Laufe des Jahres soll für die kleine Thiemstraße und die Drebkauer Straße die Bewohnerparkzone Z VII geschaffen werden. „Das wird aber erst im Laufe des Jahres“, sagt Manuel Helbig.

In der Leipziger Straße vor dem Krankenhaus stehen seit Jahresbeginn zwei Parkautomaten.
In der Leipziger Straße vor dem Krankenhaus stehen seit Jahresbeginn zwei Parkautomaten. FOTO: Peggy Kompalla / LR