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| 02:33 Uhr

Für mehr Zivilcourage in Bus und Bahn

Gemeinsam mit Bettina Handke klebt der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner ein Plakat für mehr Zivilcourage in den Kinderwagenbereich einer Straßenbahn.
Gemeinsam mit Bettina Handke klebt der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner ein Plakat für mehr Zivilcourage in den Kinderwagenbereich einer Straßenbahn. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Cottbus. In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 hat die Polizei im gesamten Land Brandenburg 228 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte registriert. "Auch wenn wir noch keine genauen Zahlen für Cottbus haben, sieht es damit in unserer Stadt nicht anders aus als anderswo", sagt Christian Albrecht, Erster Polizeihauptkommissar. Annett Igel-Allzeit

Besonders in Straßenbahnen und Bussen seien Menschen verunsichert - nicht nur, wenn sie angegriffen werden, sondern auch weil sie helfen wollen, sich aber dazu nicht in der Lage fühlen. Gemeinsam mit dem Cottbuser Aufbruch wollen die Polizei, die Stadt Cottbus und Cottbusverkehr jetzt unter dem Motto "Hinsehen. Handeln. Hilfe" zu Zivilcourage ermutigen. Mich ärgert es, wenn Leute einfach wegschauen", so Albrecht. Bettina Handke vom Förderverein Cottbuser Aufbruch hat schon 2000 Faltblätter verteilt. In englischer, arabischer und deutscher Sprache steht darin, wie man helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, wie man gemeinsam mit anderen Hilfe organisiert und warum es so wichtig ist, als Zeuge noch bis zum Eintreffen der Polizei am Tatort zu bleiben. Mit solch einer Handlungsanleitung, so Albrecht, nimmt man Bürgern auch die Angst, nicht handeln zu können. "Oft erfahren wir von einem Vorfall erst, wenn die Geschädigten zu uns in die Dienststelle kommen oder Ämter uns anrufen", sagt Albrecht. Besser sei es, den Tatort und noch jemanden weglaufen zu sehen, Zeugen zu sprechen, sich gleich das Video, das inzwischen in allen Cottbuser Bahnen und Bussen läuft, anzuschauen.

"Eine kleine Karte mit wichtigen Telefonnummern von den Notrufen über die Opferhilfe bis zum Integrationsbeauftragten der Stadt ist aus dem Faltblatt herausnehmbar und passt ins Portemonnaie", erklärt Bettina Handke. Auch Plakate zur Aktion finden sich in Bussen, Bahnen, Haltestellen. "Besonders in der dunkleren Hälfte des Tages sind auch in unseren Bussen und Bahnen schon Übergriffe passiert. Aber wir beobachten, dass immer mehr Menschen nicht wegschauen, sondern versuchen zu helfen, den Fahrer informieren", so Christin Heldt, Pressesprecherin von Cottbusverkehr.