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Für die nächsten 800 Meter fehlen noch die Finanzen

Sommerzeit ist Hochsaison für Straßenbau. An der Baustelle Stadtring in Cottbus sind derzeit die Straßenbaufirmen mit ihren Maschinen-Kolossen dabei, das nächste Teilstück zu vollenden. Mitte August soll die Nordspur zwischen Willy-Brandt-Straße und Stadion-Parkplatz für den Verkehr freigegeben werden. Der gesamte derzeitige Sanierungsbereich vom Messegelände bis zur Kreuzung Dissenchener Straße soll im November fertig sein. Von Klaus Alschner

Seit Oktober 2002 werden Autofahrer auf dem etwa 1200 Meter langen Teilstück des Stadtringes durch Bauarbeiten beeinträchtigt. Verengung auf zwei Fahrspuren, mit Fortschreiten der Sanierung „wandernde“ Baustellen, wechselnde Umleitungen - das kennen Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig auf dem Stadtring unterwegs sind. 28 000 Fahrzeuge waren es nach einer Zählung aus dem Jahre 1996, die schon damals täglich über den Stadtring rollten.
Die in den 70er-Jahren gebaute Straße war nach der Wende dem zunehmenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. „Der Lkw-Anteil und die Verkehrsbelastung insgesamt waren enorm gewachsen“ , berichten Simone Michael, Leiterin des Cottbuser Tiefbauamts, und Marion Adam, Abteilungsleiterin Straßenbau. Nicht nur die Spurrinnen, die sich auf der Fahnbahn gebildet hatten, störten den Verkehr. Die Tragfähigkeit der Straße war insgesamt nicht mehr gewährleistet.
In anderen Worten: Die Straße musste komplett abgetragen und neu gebaut werden. Seit Beginn der Arbeiten wurden 36 000 Kubikmeter Aufbruchmaterial aus dem Stadtring und aus den Kreuzungsbereichen zwischen Messegelände und Dissenchener Straße abtransportiert. Die Schwarzdecke kann teils in Recyclinganlagen aufbereitet und wieder im Straßenbau verwendet werden, so Simone Michael.
Zu den Arbeiten, die derzeit erledigt werden, gehört das Setzen neuer Rinnsteine, die Verlegung der Straßenentwässerung, die Erneuerung der Beleuchtung und der Straßenaufbau in mehreren Schichten, unter anderem Schotter, hydraulische Tragschicht und Deckschicht.
Die Kosten für die Sanierung des Stadtrings von der Messe bis zur Dissenchener Straße belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro. Ob es nach Fertigstellung dieses Teilstücks gleich mit der Sanierung der viel befahrenen Straße im nördlichen Anschlussstück weitergehen kann, ist zweifelhaft. Wie Simone Michael erklärte, sind die Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz für 2003 ausgeschöpft. Die Stadt Cottbus will die Sanierung des Stadtrings aber mindestens noch von der Dissenchener Straße bis zum Nordring fortsetzen. Auch in diesem Bereich gebe es Spurrinnen, ausgebesserte Stellen und Löcher, so Simone Michael. Die Kosten für die 700 bis 800 Meter werden auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt. „Die Stadt hat schon massive Probleme, den Eigenanteil von rund 30 Prozent bereitzustellen“ , erklärte die Leiterin des Tiefbauamts. In einem Zeitraum von drei Jahren, so ihre Wunschvorstellung, sollte auch dieses nächste Teilstück zu sanieren sein. Der Stadtring sei immerhin eine der wichtigsten und am stärksten befahrenen Straßen der Stadt Cottbus. „Es ist eigentlich der äußere Ring der Stadt“ , fügte Marion Adam hinzu. Zumindest mit dem bis Ende November erneuerten Teil sollte die Stadt für einige Zeit Ruhe haben. Die Haltbarkeit einer derart „grundhaft“ ausgebauten Straße gibt Simone Michael mit etwa 20 Jahren an.

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