ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Fünf Vorzeigefelder für die Energieregion

Chemie/Kunststoffe, Ernährungswirtschaft, Energiewirtschaft, Tourismus, Metallindustrie und als verbindendes Element Logistik – das sind die Stärken der Region.
Chemie/Kunststoffe, Ernährungswirtschaft, Energiewirtschaft, Tourismus, Metallindustrie und als verbindendes Element Logistik – das sind die Stärken der Region. FOTO: dpa
Cottbus. Mit ihrer Kompetenzfeldanalyse hat die Energieregion Lausitz eine Studie der wirtschaftlichen Stärken für die fünf teilnehmenden Landkreise vorgelegt. Mit dem vorige Woche vorgelegten Papier soll nun ein Zukunftsdialog angeschoben werden. Bodo Baumert

Energiewirtschaft, Kunststoffe/Chemie, Metallindustrie, Ernährungswirtschaft und Tourismus - das sind die Kompetenzfelder, die die Prognos AG als Kompetenzen für die Energieregion herausgearbeitet hat. In allen genannten Bereichen hat die Region vom Berliner Stadtrand bis zur Grenze mit Sachsen bereits heute nennenswerte Unternehmen zu bieten und darüber hinaus das Potenzial für die Zukunft. Als verbindende Elemente kommen das Feld Logistik und das Querschnittsthema Forschung und Entwicklung hinzu.

"Unser Anliegen ist es, die Struktur des Wirtschaftsstandortes Lausitz weiterzuentwickeln. Mit der Fokussierung auf Kompetenzfelder soll nach außen ein klares Profil der Energieregion sichtbar werden", erläuterte der Sprecher der Energieregion, Landrat Christian Jaschinski (CDU), am Mittwoch während einer Pressekonferenz der Energieregion GmbH.

Erstmals ganze Region im Blick

"Mit der Analyse haben wir die Möglichkeit, unsere Potenziale darzustellen", ergänzt der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD). Dass dies für eine ganze Region gemacht werde, habe es so noch nicht gegeben. Jetzt könne man das Gespräch mit der Zukunftsagentur Brandenburg oder Landesministerien in Potsdam suchen und aufzuzeigen, warum beispielsweise mehr Forschungsgelder oder eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung in der Lausitz gebraucht werden.

13 Leitprojekte hat die Prognos-Studie in den Kompetenzfeldern aufgelistet, an denen gearbeitet werden soll. Das reicht von der innovativen und effizienten Braunkohlenutzung über ein Innovationszentrum Bioplastics bis zu einem geschlossenen Wirtschaftskreislauf für die Ernährungswirtschaft oder ein "Qualitätsmanagement Fahrradtourismus". Das Thema Radwege zeige exemplarisch, dass im Tourismusbereich eine Zusammenarbeit über die Landkreise hinaus nötig sei, erläuterte Carl-Heinz Klinkmüller (CDU), stellvertretender Landrat in Dahme-Spreewald. Ansätze hat die Energieregion dazu unternommen: Künftig gehe es auch um die Frage einer gemeinsamen Vermarktung.

An diesen Ideen soll weiter gearbeitet werden. "Die Themen werden in die Foren der Energieregion einfließen", kündigt Szymanski an. "Das ist der Auftakt für eine Zukunftsdiskussion", ergänzt Jaschinski. Eine entsprechende Anregung der IHK habe man dankbar aufgenommen.

Vattenfall und IHK finanzieren

69 000 Euro hat die Kompetenzfeldanalyse laut Angaben der Energieregion gekostet, finanziert von Vattenfall, der IHK Cottbus und der Energieregion GmbH. "Aus meiner Sicht hat sich die Investition gelohnt. Jetzt kommt es darauf an, was wir daraus machen", sagt Jaschinski.

Kritik gibt es unter anderem von der Klinger Runde. In der vorliegenden Form sei die Kompetenzfeldanalyse "aufgesetzt und realitätsfern", erklärt deren Sprecher Thomas Burchardt. "Es werden die Parameter der deutschen Energiewende nicht herangezogen um sie im Bewertungs- und Auswahlprozess der Kompetenzfelder zu berücksichtigen", so Burchardt. Besonderheiten aus den Landkreisen würden nicht berücksichtigt.

Strittig ist vor allem die Betonung der konventionellen Energiewirtschaft. "Die Braunkohle stellt gegenwärtig das Rückgrat der Energieversorgung dar und muss als unverzichtbare Energiequelle weiter eine Rolle spielen", betonte Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) am Mittwoch noch einmal. "Ich verstehe die Argumente der Menschen, die vom Bergbau betroffen sind. Die werden wir auch in den weiteren Dialog einbinden", erklärte Szymanski. "Wir müssen aber auch feststellen: Wir haben keine Industrie, die die Braunkohle-Industrie in unserer Region ersetzen kann", so der Cottbuser Oberbürgermeister.