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| 18:57 Uhr

Uni-Geburtstag
„Wir sind BTU“ – Bilanz nach fünf Jahren

Die BTU Cottbus-Senftenberg steht für Weltoffenheit und setzt sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus zur Wehr, sagte Präsident Jörg Steinbach in seiner Festrede zum fünften Uni-Geburtstag.
Die BTU Cottbus-Senftenberg steht für Weltoffenheit und setzt sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus zur Wehr, sagte Präsident Jörg Steinbach in seiner Festrede zum fünften Uni-Geburtstag. FOTO: BTU
Cottbus. Neue Lausitz-Universität feiert nach schwerem Start ein kleines Jubiläum und zeigt sich besser aufgestellt als je zuvor. Von Christian Taubert

Der Festsaal auf dem Zentralcampus der BTU in Cottbus war Montagvormittag noch nahezu leer. Uni-Präsident Professor Jörg Steinbach – bereits mit der Amtskette ausgerüstet – hält vor dem Festakt im Audimax II mit Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) Smalltalk. Da gibt Steinbach zum Besten, dass ihn Kollegen in Berlin verwundert gefragt hätten, warum die BTU einen fünften Geburtstag feiere. Er habe stets entgegnet, dass dies der Historie geschuldet sei.

Der Senftenberger Rathauschef und der hinzugekommene Landrat von Oberspreewald-Lausitz Siegurd Heinze (parteilos) können das nachvollziehen. Sie sind Zeitzeugen jener anderthalb Jahre, in denen es an der Uni in Cottbus erhebliche Vorbehalte gab, die Fachhochschule unter ein gemeinsames Dach zu holen. Beide erinnern sich gut, was ihnen vom ersten gemeinsamen Zusammentreffen in Cottbus an Ablehnung entgegenschlug. Zu einem Schlussstrich war die Lausitz damals nicht in der Lage. Den setzte die rot-rote Landesregierung in Potsdam mit dem Beschluss zur Neugründung der BTU Cottbus-Senftenberg zum 1. Juli 2013.

Als dann zum Auftakt des Festaktes der Imagefilm „Wir sind BTU“ mit viel Beifall bedacht wurde, sind die Scharmützel der Vergangenheit kein Thema mehr. Auch, wenn sie ein Grund dafür sind, fünf Jahre zu feiern. Der Präsident lässt in Anwesenheit der beiden Lausitzer Regierungsmitglieder, Ministerpräsident Dietmar Woidke und Wissenschaftsministerin Martina Münch, sowie Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (alle SPD) vielmehr Revue passieren, wie im Eilzugtempo eine neue Uni konzipiert und durch die Gremien gebracht wurde (siehe auch LR-Doppelseite vom 30  Mai). Wie der „Ritterschlag“ für das Lausitzer Hochschulmodell durch den Wissenschaftsrat erfolgte, der wichtigstes wissenschaftspolitisches Beratungsgremium in Deutschland ist. „Es war ein Kraftakt“, räumt Steinbach ein, um zugleich auf Teamarbeit zu verweisen, die die schnellen Fortschritte erst ermöglicht habe.

Vom gewachsenen Selbstwertgefühl zeugt auch die Ansage des Uni-Präsidenten, die Auszeichnung mit der Hochschul-Perle des Stifterverbandes im Juni für das neue Orientierungsstudium College+ jetzt auch als Jahressieger ganz an die BTU zu holen. Gradmesser dafür, dass die neue Lausitzer Uni bundesweit angekommen ist, seien auch die Einwerbungen von Drittmitteln. Während sie 2016 noch stagnierten, gab es 2017 eine Steigerung um 13 Prozent. Und das, wo die Drittmittel deutschlandweit um 0,5 Prozent stiegen. Ziel, so Steinbach, sei die Mitgliedschaft in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In fünf Jahren könne dies durchaus so weit sein. „Das funktioniert aber nur über außeruniversitäre Forschung“, erläutert Steinbach, was bisher mit Fraunhofer oder Leibniz bereits auf den Weg gebracht worden sei.

Für Ministerpräsident Dietmar Woidke ist die beachtliche Bilanz der neuen BTU ein Beleg dafür, dass die Neugründung genau die richtige Entscheidung gewesen sei. Und er fügt hinzu: „Die BTU ist der Leuchtturm der Lausitz für die Zukunft der Region.“ Nach Einschätzung des Regierungschefs werde Strukturentwicklung zuerst über Wissens- und Technologietransfer erfolgen. Deshalb sei die Ansiedlung von Wissenschaftseinrichtungen in betroffenen Regionen vom Bund durch ein „Maßnahmengesetz“ zu unterstützen.