| 02:55 Uhr

Fröhlich ist das Volk

Morgen ist es wieder soweit: Der "Zug der fröhlichen Leute" zieht durch die Stadt und erfreut uns gegen das noch etwas graue Gestrüpp der Büsche und Bäume mit farbenfrohen Kostümen und fantasievoll gestalteten Fahrzeugen. Auf die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer regnet es Bonbons und Konfetti und die Musik geht in die Beine. Jens Peter Erichsen, Pfarrer der Ev. Kirche Cottbus

Viele haben sich bunt angezogen, kreative Hüte aufgesetzt oder farbige Punkte ins Gesicht gemalt. So bleibt wohl fast niemand unberührt vom fröhlichen Treiben und manchen lockt es vielleicht, auch einmal Teil dieses Zuges zu sein.

Seit tausenden von Jahren gibt es so fröhliche Umzüge. Häufig wurden sie in Gang gesetzt, wenn die Menschen von einer großen Not erlöst wurden, wenn die Besatzung besiegt, der Krieg beendet, die Seuche überwunden war. Meist stand den Menschen noch die Not ins Gesicht geschrieben, die Tränen waren gerade erst getrocknet. Ein überwältigendes Gefühl der Befreiung und der neuen Hoffnung breitete sich aus. Jubelnd traf man sich auf den Straßen und zog durch die Stadt, um allen die frohe Botschaft zu bringen.

Von so einem "Zug der fröhlichen Leute" ist der Psalm 126 in der Bibel geprägt. Da heißt es: "Als Gott uns heimbrachte (aus der Gefangenschaft), da kamen wir uns vor wie im Traum. Wie konnten wir lachen und vor Freude jubeln! Bei den anderen Völkern sagte man damals: “Gott hat Großes für sie getan!„ Ja, Gott hat Großes für uns getan und wir sind glücklich!"

Durch Gottes Hilfe und Kraft herauskommen aus großer (innerer oder äußerer) Not - wer das erlebt hat, den erfüllt echte, tiefe Freude. Und der kann das fröhlich feiern. Der wird Gott danken und den wird seine eigene Freude dazu bringen, andere zur Mitfreude zu animieren.Worüber freuen Sie sich?