Der Maler und Illustrator, am 8. Februar 1895 in Neuendorf/Nowa Wjas bei Peitz geboren und am 9. November 1980 in Weimar verstorben, blieb in seinem Schaffen stets der Niederlausitzer Heimat verbunden. Seit 1897 lebte die Familie in Cottbus-Sandow, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Schon in der Schulzeit wurde Fritz Lattkes künstlerisches Talent vom Cottbuser Lehrer Gottfried Herzog entdeckt. Ihm verdankte Lattke die Möglichkeit des Besuches der Kunstgewerbeschule in Berlin. Das war jedoch nur von kurzer Dauer, denn sein Finanzier verstarb nach einem Dreivierteljahr. 1921 begann Lattkes Ausbildung an der Hochschule für bildende Künste in Weimar, wiederum dank des Einsatzes von Gottfried Herzog. 1924 wurde er dort Meisterschüler von Walter Klemm und Alexander Olbricht.
Seinen Lebensunterhalt musste Fritz Lattke mit Illustrationen verdienen. Er zeichnete wohl als erster in Deutschland Comics, die seit 1933 in der Presse veröffentlicht wurden. Des Weiteren illustrierte er Kinderbücher von Joachim Rohde, Geschichten wie „Hanni, Fritz und Putzi und der Rabe Kolk“ (1936-1941), bei sorbischen (wendischen) Editionen waren es Lyrik-Ausgaben mit Gedichten von Mato Kosyk (1929/39).
Fritz Lattke reiste so oft es ging in seine Niederlausitzer Heimat. Wichtig und bedeutend für seine künstlerische Laufbahn war der Kontakt zum Bautzener Grafiker und Publizisten Martin Nowak-Njechornski, der Publizistin und Schriftstellerin Mina Witkojc (1893-1973) und vor allem zum Dissener Pfarrer Bogumil Swjela (1873-1946).
Lattke gehörte zu den Gründungsmitgliedern des sorbischen Künstlerbundes (1923) und des 1948 wieder gegründeten Arbeitskreises sorbischer bildender Künstler. Aufgrund mangelnder sozialistischer Haltung wurde er 1954 aus diesem Arbeitskreis ausgeschlossen. 1980, kurz vor seinem Tod, erfolgte die späte Rehabilitierung: er erhielt den Domowina-Kunstpreis.
Repräsentativ und vorbildlich für den wendischen Kulturkreis sind seine Landschaftsgemälde. Lattke geht von den konkreten Landschaftsstudien aus und setzt sie in seiner Eigenwilligkeit um, heißt es in einem Begleittext zur Ausstellung. Seine Werke sind melancholisch, teils ernst, sie vermitteln den Niederlausitzer Volkscharakter, wie er in einem Brief 1948 an Martin Nowak-Njechornski schreibt.
Am 19. Juni, um 16 Uhr, wird die erste Personalausstellung zu Leben und Werk Lattkes in seiner Niederlausitzer Heimat eröffnet. Neben Zeichnungen und Aquarellen sind vor allem Ölgemälde ausgestellt, ein Querschnitt vom ersten Werk in Öl „Torfstich“ (1941) bis zu seinem letzten im Todesjahr gemalten „Heimweg“ (1980). Diese einmalige Schau ist dank der Bereitschaft vieler Leihgeber möglich geworden.
Zur Eröffnung werden die Tochter Elisabeth Lattke aus Weimar und der Sohn Joachim Lattke aus Reichenberg (bei Würzburg) zugegen sein. Die Laudatio hält Meto Pernack aus Berlin, Vorsitzender der Masica Serbska, der 1880 gegründeten niedersorbischen wissenschaftlichen Vereinigung. Musikalisch gestaltet wird die Eröffnungsfeier durch den Chor der Fachhochschule Lausitz „Collegium Vocale“ unter der Leitung von Klaus Schröder. Zum Repertoire gehören vor allem Lieder in sorbischer Sprache sowie Instrumentalstücke. Der Eintritt ist frei.
Zur Ausstellung erscheint die zweite Auflage des Katalogs „Fritz Lattke - Fryco Latk“ vom Domowina-Verlag Bautzen zum Preis von 14,90 Euro. (pm/ue)

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