An seinem Todestage trafen sich Freunde und Zeitgenossen, unter ihnen der Malerkollege Jan Buck (82) aus Nebelschütz, im Wendischen Museum, um Erinnerungen auszutauschen. Lattke wurde als Sohn eines wendischen Fabriktischlers in Neuendorf (heute zur Gemeinde Teichland gehörend) am 7. Februar 1895 geboren. Die Kinder- und Jugendjahre verlebte er in Sandow. Sein in der Fortbildungsschule entdecktes Zeichentalent bewog die Cottbuser Stadtverwaltung, ihm ein Stipendium zum Besuch der Kunstgewerbeschule zu gewähren. Der Erste Weltkrieg unterbrach die Ausbildung. Nach Wehrdienst und schwerer Verwundung war Lattke als Illustrator für verschiedene Verlage in Nürnberg, Duisburg und Cottbus tätig. In Cottbus illustrierte er zwischen 1923 und 1931 die "Kreiskalender Cottbus-Calau-Spremberg". Lattke schuf damals Bildgeschichten mit den Figuren Hanni, Fritz und Putzi, die zu den frühesten deutschen Comics gehören. 1923 gehörte er zu den Mitgründern der ersten wendischen Künstlervereinigung. Sechs Jahrzehnte lebte und arbeitete er in Weimar; mit vielen seiner Bilder dokumentierte er seine Liebe zur Niederlausitzer Heimat. Erst kurz vor seinem Tode wurde ihm der Kunstpreis der Domowina verliehen. Fritz Lattkes Grabstein auf dem Weimarer Friedhof ist der einzige, der seinen Namen auch in Sorbisch trägt.
Noch bis zum 20. November ist die Sonderausstellung des Malers im Wendischen Museum Cottbus zu sehen. (hhk)