ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:03 Uhr

„Frisch aus dem Fass – einfach lecker“

Sauer macht lustig: Auf dem 5. Spreewälder Gurkentag in Burg demonstrierten Mitglieder des Spiel- und Trachtenvereins Briesensee das Einlegen von Sauerkraut.
Sauer macht lustig: Auf dem 5. Spreewälder Gurkentag in Burg demonstrierten Mitglieder des Spiel- und Trachtenvereins Briesensee das Einlegen von Sauerkraut. FOTO: Fotos: Jürgen Kaffka
Gewürzgurken, Knoblauchgurken, Dillschnitten, Pfeffergurken – in Burg drehte sich am Wochenende alles um das schmackhafte grüne Gemüse. Mit einem großen Markttreiben und einem musikalischen Programm auf der Festbühne feierten Gurkenanbauer, -verarbeiter sowie tausende Besucher den 5. Spreewälder Gurkentag. Von Mirjam Hecht

Ein großer, bunt bemalter Doppeldecker aus Pappmaschee inmitten des Markttreibens erregte die Aufmerksamkeit vieler Besucher. Mit einer riesigen Gurke als Rumpf und hunderten Gurkenpflanzen zu Füßen diente dieser "Gurkenflieger" als hübsches und gern gewähltes Fotomotiv.
Der Golßener Spreewaldhof sorgte für diesen tollen Blickfang. "Ursprünglich war dieser Flieger für den Karneval gedacht, weil unsere Geschäftsleitung aus dem Rheinland kommt", erklärte Ute Engelmann, Außendienstleiterin des Spreewaldhofes. "Nun haben wir ihn hierher mitgebracht, um einfach mal auf witzige Art zu demonstrieren, wie die Gurken geerntet werden." Mit viel Liebe und einigem Aufwand hatten die Golßener zudem eine große Gurkenpflanzen-Pyramide aufgebaut und einen toll dekorierten Pferdewagen mit riesigen Eichenfässern zum Gurkentag mitgebracht.
In allen Größen und Variationen konnte das Gemüse auf dem Markt bestaunt und nicht zuletzt verkostet werden. Hier ein Tellerchen Senfgurken, da eine saure Gurke auf die Hand - und an jeder Ecke Kisten voller Gurken zu Aktionspreisen.
Mit ganz besonders leckeren Spezialitäten lockte das Spreewälder Gurken-Kochstudio. Dessen Angebot reichte von gefüllten Spreewaldgurken bis zur Gurkenbowle. Im Kinder-Kochstudio konnten sich die Kleinsten ihr Essen gar selbst zubereiten. Da galt es zunächst, die halbierte Salatgurke fachmännisch in Scheiben zu schneiden. Bereit standen Zwiebeln, Lorbeerblätter, Senf- und Pfefferkörner. Ein wenig Salz, reichlich Zucker, Essig und Dill - Deckel drauf, kräftig schütteln und fertig zum Mitnehmen. So kam auch Julia (10) aus der Nähe von Halle zu ihrem ersten selbst gemachten Gurkensalat, den sie stolz Mutti Christiane Poetschokat überreichte. Die 32-Jährige meinte zudem: "Mir war die Spreewaldgurke bisher nur aus dem Handel bekannt. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn man sie frisch aus dem Fass isst - einfach lecker." Das fand auch Tochter Julia: "Die schm ecken viel besser."
"Imagewerbung" - das sei eines der Anliegen des Gurkentages, meinte Cheforganisator Andreas Traube vom Spreewaldverein e.V. Der 34-Jährige hat den Gurkentag zum nunmehr fünften Mal mit organisiert. Gefeiert wurde erstmals 1999 in Lübben - anlässlich der Anerkennung des Herkunftsschutzes für die Spreewaldgurke durch die EU-Kommission. Andreas Traube: "Mit so einem Festtag sollen aber auch die Spreewälder selbst ihre Identifikation mit der Region vertiefen."
Ihr Wissen um die Spreewaldgurke konnten sie zumindest an diesem Wochenende bei Karin Band, die zum Gurkenquiz ermunterte, einmal testen. Vor den Überraschungspreisen stand allerdings die Hürde von elf kniffligen Aufgaben. Gefragt wurde beispielsweise, in welchen Behältnissen saure Gurken traditionell eingelegt werden oder ob nun Einleger, Salatgurken oder Schälgurken am längsten reifen müssen. Da galt es für Karin Band, vor allem den Jüngeren mit kleinen Tipps zur Seite zu stehen. Zum festen Bestandteil des Gurkentages gehört natürlich auch die Krönung des Gurken-Königspaares - Katrin Irlbacher (25) aus Lübben und Kai Hönicke (30) aus Lubolz. In Festtagstrachten gekleidet werden sie in den kommenden Monaten auf Volksfesten und Messen Tradition und Brauchtum der Spreewaldregion repräsentieren - bis zum 6. Spreewälder Gurkentag.