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Frieda Nugel

Cottbus. Am 18. Juni 1874, vor 155 Jahren, wurde in Cottbus Frieda Nugel in der Familie eines Lehrers und Organisten in der Klosterstraße geboren. hhk

Sie besuchte die Mädchen-Mittelschule und die spätere Augustaschule und legte im Jahr 1907 an der Berliner Luisenstädtischen Oberrealschule ihre Reifeprüfung ab. Erst im Jahr 1909 - vorher war die Immatrikulation einer Frau von der Erlaubnis der Dozenten abhängig - konnte Frieda Nugel in Berlin ihr Studium der Mathematik, der Physik und des Deutschen beginnen. Im Jahr 1912 promovierte sie an der philosophischen Fakultät in Halle/Saale. Am 1. März 1912 schrieb der "Cottbuser Anzeiger": "Frl. cand. math. Frieda Nugel bestand in Halle an der Saale die Doktorprüfung cum laude. Ihre Dissertation behandelt die Schraubenlinien. Frl N. ist die erste Dame, die in Halle auf Grund einer mathematischen Arbeit zum Doktor promovierte". 1914 heiratete sie in Cottbus ihren langjährigen Studienkollegen Dr. Louis Hahn, dem sie nach kurzer Lehrertätigkeit an der Cottbuser Augustaschule nach Westfalen und später nach Emden folgte, wo sie als Lehrerin des Oberlyzeums tätig war und vier Kinder gebar.Als Frauenrechtlerin schrieb Frieda Nugel im Jahr 1921 in einer Zeitung: "Wählt keine Nullen in die Schuldeputationen hinein, sondern Frauen, die Verständnis und Interesse für die Arbeit im öffentlichen Leben haben".Frieda Nugel bekam 1962 von der Universität Halle das "Goldene Doktordiplom" für mathematik-historisch besonders wertvolle Leistungen verliehen. Sie starb am 6. November 1966 in Bad Godesberg. hhk