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| 13:10 Uhr

Cottbus
„Freie Fahrt“ für Graf Arnim?

Die Chancen, dass die ehrwürdige Lokomotive Graf Arnim, gebaut 1895 in München, bald durch Cottbus fährt, stehen nicht schlecht. Noch aber fehlt Geld für die Instandsetzung.
Die Chancen, dass die ehrwürdige Lokomotive Graf Arnim, gebaut 1895 in München, bald durch Cottbus fährt, stehen nicht schlecht. Noch aber fehlt Geld für die Instandsetzung. FOTO: Christian Menzel
Cottbus. Für die Instandsetzung der Dampflok gibt es vom Bund 120 000 Euro. Es fehlt aber noch Geld. Von Daniel Schauff

Es muss ein Feiertag gewesen sein für den Förderverein der Cottbuser Parkeisenbahn, für Cottbusverkehr, für die Stadt – 120 000 Euro gibt der Bund für die Instandsetzung der Dampflok „Graf Arnim“. Noch nicht allzu lange fördert der Bund nicht fest installierte Denkmäler, plus: Förderobjekte müssen von nationaler Bedeutung sein. Hohe Hürden für die Lok, die seit 2008 auf dem Abstellgleis steht. Aber: Sie ist die älteste Dampflokomotive auf Spurweite 600 Millimeter im ganzen Land. Grund genug offenbar für den Bund, dass er Geld aus dem siebten Denkmalschutzprogramm locker macht. „Ich bin einfach nur happy“, sagt Denis Kettlitz, Vorsitzender des Fördervereins. Allerdings: Gerettet ist Graf Arnim damit noch nicht.

317 000 Euro wird die Instandsetzung kosten. Zu den 120 000 zugesagten Euro vom Bund kommen gut 80 000 Euro vom Verein, bestehend aus Spenden. Denis Kettlitz: „Das war mal ein Euro von einem Kind, das waren aber auch mal 1000 Euro von Parkeisenbahn-Freunden.“ Seit 2008 läuft die Spendenaktion, das Ergebnis bislang ist beeindruckend, allein aus Spenden hätte sich die Instandsetzung des alten Dampfschatzes auf absehbare Zeit niemals stemmen lassen.

Nun drängt auch noch die Zeit. Die Instandsetzung muss 2019 beginnen, sonst sind die Bundesmittel futsch. Der Förderverein und Cottbusverkehr hoffen auf Land und Kommune. Es liege dem Land ein Fördermittelantrag über rund 50 000 Euro vor, sagt Denis Kettlitz. Unterstützung erhoffen sich die Parkeisenbahner vor allem von Ministerin Martina Münch (SPD), Cottbuserin und in ihrer Funktion als Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur zuständig für die Bereiche Denkmalschutz und Kulturgutschutz. Auch die Stadt hat in Person von Cheffinanzer Markus Niggemann eine Unterstützung zugesagt. Einst stand eine Summe von 70 000 Euro im Raum, festgelegt hätten sich Niggemann und die Stadtverwaltung da aber noch nicht, so Kettlitz. Der Vereinsvorsitzende betont aber: Die Stadt ist Eigentümer der Lok, Cottbusverkehr „nur“ der Betreiber, der Förderverein wiederum „nur“ ein Unterstützer. Mit einer städtischen Förderung würde Cottbus demnach seinen eigenen Besitz pflegen und instandhalten.

Dass Stadt und Land mit einer Förderung der Graf Arnim eine gute und lohnende Investition tätigen würden, da ist sich Denis Kettlitz sicher. Von einem großen Marketingfaktor spricht er in einer Pressemitteilung kurz nach der Fördermittelzusage vom Bund. Im Gespräch wird er konkreter. Klar, die alte Dampflok würde – so wie der komplette Parkeisenbahnbetrieb in Cottbus – Kindern und Familien gefallen. Dazu kämen aber die „Eisenbahnfreaks“, die ganze Fahrtenbücher auswendig kennen würden und durchs ganze Land reisen würden, um besondere Loks zu sehen. Die älteste Dampflokomotive auf einer Spurweite in Cottbus wäre ein riesiger Magnet für Bahnfreunde aus allen Himmelsrichtungen, so Kettlitz.

Rund zwei Jahre würde die Instandsetzung der Lok dauern, so Kettlitz. Wenn Land und Kommune Geld geben, könnte Graf Arnim bereits zur Saison 2021 wieder fahren.