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| 17:41 Uhr

Wissenschaftsstandort Cottbus
Fraunhofer: Vorbereitungen laufen

Buchstabensuppe hinter Glas: das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU in Cottbus.
Buchstabensuppe hinter Glas: das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU in Cottbus. FOTO: Bettina Köhl
Cottbus/Potsdam/Berlin. Das Land will sich dem Wettbewerb um einen möglichen Institutsstandort stellen. Von Daniel Schauff

Eine schriftliche Antwort auf Dietmar Woidkes Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt dem brandenburgischen Ministerpräsidenten (SPD) noch nicht vor. Woidke hatte in seinem Schreiben für die brandenburgische Lausitz als Standort des im Koalitionsvertrag festgeschriebenen neuen Fraunhofer-Institut für Speichertechnologien geworben. Auch ohne Rückmeldung aus dem Kanzleramt – im Land laufen die Vorbereitungen dafür bereits. Klar ist aber auch: Cottbus als möglicher Standort der künftigen Forschungsfabrik hat noch einen langen Weg vor sich, bis das Institut möglicherweise die brandenburgische Lausitz zum Motor des Strukturwandels machen könnte.

„Die BTU hat den Auftrag erhalten, gemeinsam mit allen Beteiligten zeitnah ein Konzept vorzulegen. Daran wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet“, sagt Gerlinde Krahnert, stellvertretende Landesregierungssprecherin. In dem Konzept sollen Vorschläge für die inhaltliche Aufstellung des Instituts erörtert werden. Die Bundesregierung werde die Entscheidung eines Standorts für ein Institut maßgeblich auf der Grundlage der eingereichten Konzepte treffen, sagt die Sprecherin weiter.

Brandenburg ist nicht das einzige Land, das das Institut will. „Hier stellen wir uns dem Wettbewerb“, sagt Gerlinde Krahnert. Ein „Memorandum of Understanding“ – eine Absichtserklärung – zwischen Woidke und der Fraunhofer-Gesellschaft gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr. Teil der Erklärung sei auch der Ausbau der Fraunhofer-Aktivitäten am Standort Cottbus-Senftenberg, sagt die stellvertretende Regierungssprecherin. Die Landesregierung sei optimistisch, dass es gelingen könne, das geplante Fraunhofer-Institut nach Cottbus zu holen: „Die Lausitz ist eine Energieregion und soll auch in der Ära nach der Braunkohle eine Region voller Energie bleiben“, sagt Gerlinde Krahnert. Die weitere Stärkung der Wissenschaftsstandorte spiele hierbei eine zentrale Rolle.

Bleibt die Frage, wie groß der Einfluss der Bundesregierung auf die Fraunhofer-Gesellschaft ist. Immerhin: Die Entscheidung, wohin die neue Forschungseinrichtung kommt, entscheiden am Ende der Fraunhofer-Vorstand und -Senat. Nur ein Teil der rund 30 Senatsmitglieder kommt aus Bundes- und Landesministerien. Fakt ist: Bund und Land zahlen einem Fraunhofer-Institut eine institutionelle Förderung für die auftragsunabhängige Vorlaufforschung. Viel wichtiger erachte die Landesregierung jedoch, dass CDU, CSU und SPD das neue Institut in ihren Koalitionsvertrag geschrieben haben.

Beim zuständigen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) spricht man noch von einer „Forschungsfabrik Batterie“. Das Ministerium habe die Fraunhofer-Gesellschaft gebeten, eine Konzeption dafür zu erarbeiten. Neben der Fraunhofer-Gesellschaft seien daran weitere Akteure aus Wissenschaft und der Industrie beteiligt, sagt Ministeriumssprecher Rüdiger Fischer. Die Batterietechnologie werde vom BMBF im Hinblick auf die verschiedenen Anwendungsbereiche, von der stationären Energiespeicherung bis hin zur Elektromobilität, gefördert. Ziel sei es, Deutschland wieder zu einem Standort für die Batteriezellenproduktion zu machen. Auch das steht im Koalitionsvertrag. Die Forschungsfabrik soll die wissenschaftliche Basis für den Aufbau und die nachhaltige Weiterentwicklung einer international führenden und wettbewerbsfähigen Batteriezellenproduktion in Deutschland gelegt werden, heißt es vonseiten des BMBF.

Die Fraunhofer-Gesellschaft diskutiere derweil Optionen der Weiterentwicklung. Das betreffe auch die mögliche Gründung neuer Institute. „Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, so Fischer. Die Lausitz und die Landesregierung wollen vorbereitet sein. „Ein expliziter Zeitrahmen der Bundesregierung ist derzeit nicht bekannt – dennoch muss eine Konzepterstellung schnellstmöglich erfolgen“, so Gerlinde Krahnert.