Klick, klick, klick, klick. Schnell betätigt Joana Pietraßyk den Auslöser ihrer Kamera. Schnell etwas Leberwurst aus der Tube. Klick, klick, klick, klick. Ab und zu ist auch ein Knurren, leises Bellen oder Jaulen zu vernehmen. Doch das kommt nicht etwa von den vierbeinigen Fotomotiven, sondern von der Fotografin, die damit die Aufmerksamkeit ihres tierischen Motivs auf sich lenkt.

Joana Pietraßyk ist eine von zwei Fotografinnen des Cottbuser Unternehmens „Leafcolour“ (übersetzt: Blattfarbe), das sich auf Hundefotografie spezialisiert hat, und versucht an diesem Samstag im Cottbuser Blechen Carré die kleinen besonderen Momente und Blicke der Vierbeiner einzufangen.

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Auch die von Bullmastiff Anton. Dessen Frauchen Anna-Maria Müller hat ihn für das tierische Fotoshooting angemeldet: „Ich habe davon durch das ‚Tierisches Zuhause gesucht’-Magazin erfahren. Das lag bei meiner Nageldesignerin aus.“ Und so hat sie sich mit Hund, Kind und Mann auf den Weg ins Blechen Carré gemacht.

Bullmastiff Anton nimmt auf jeden Fall schon mal viel Platz ein, in dem aufgebauten Mini-Fotostudio. Diese Fotostudio-Situation ist aber eine Ausnahme, wie Joana Pietraßyk sagt. Sonst gehen die Leafcolour-Fotografinnen mit Hund und Halter auf Fotostreifzüge in der Natur, mit dem Ziel „die besonderen Momente, die Beziehung zwischen Hund und Herrchen oder Frauchen“ einzufangen.

Auf einen solchen Fotostreifzug darf sich dann auch einer der knapp 60 Hunde, die sie an diesem Tag vor die Linse bekommt, samt Besitzer, freuen. Der auserwählte Vierbeiner wird das Titelblatt der nächsten Ausgabe der LR-Sonderpublikation „Tierisches Zuhause gesucht“ schmücken. Und dafür geht es dann mit den Fotografinnen von „Leafcolour“ nochmal zum Extra-Shooting.

Die drei Verantwortlichen des Sondermagazins „Tierisches Zuhause gesucht“, Jaqueline Wiesel, Susann Troppa und Jessica Ziebe bilden die Jury und wählen den glücklichen Gewinner.

Neben der Fotoaktion standen Hunde und Co. am Samstag im Blechen Carré aber auch anderweitig im Mittelpunkt. Der Polizeisportverein Cottbus zeigte den Besucherin, was sie Hunden beibringen.

Laut Susanne Regina, die dort mit ihrer belgischen Schäferhündin Kira trainiert hat der Verein zurzeit 20 Mitglieder. Fährtentraining, Rallye Obidience, der Gehorsam und Übungen im Parcours kombiniert, und Gebrauchshundesport, der Hunde für den Schutzdienst ausbildet, werden angeboten.

Es waren auch Mitglieder der Tierheime aus Cottbus, Forst und Spremberg vor Ort, mit dem Ziel Unterstützer zu finden und vielleicht auch gleich noch ein neues Zuhause für ihre Schützlinge.

„Es gibt so viele Tiere, die ein gutes Zuhause suchen“, sagt Angelika Noack, Vorsitzende vom Tierschutzverein Forst. Wer keinem Tier ein Zuhause geben kann, der kann helfen, indem er eine Patenschaft übernimmt oder Mitglied wird und mit den Mitgliedsbeiträgen die Tierschutzarbeit unterstützt.

Jaqueline Wiesel, Vorstandsmitglied vom Tierschutzverein Cottbus, kennt viele gute Gründe für einen Hund aus dem Tierschutz: „Natürlich haben sie eine Vorgeschichte, aber oft sind sie leichter zu handeln als ein Welpe. Sie sind liebebedürftiger, meist stubenrein, anhänglicher und man weiß, was man hat und was auf einen zukommt, weil man vorher die Möglichkeit hat, den Hund kennenzulernen.“

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