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| 18:40 Uhr

Oberkirche
Walter Green zeigt in Sankt Nikolai „Vergessene Dinge“

Cottbus. Fotografik-Ausstellung beinhaltet 40 große Farbdrucke und ist noch bis zum 23. September zu sehen.

Mit einem Vernissage-Gottesdienst ist am Sonntag die Fotografik-Ausstellung „Vergessene Dinge“ von Walter Green in der Oberkirche St. Nikolai eröffnet worden. Die Ausstellung, die insgesamt aus 40 großformatigen hochauflösenden Farbdrucken besteht, ist bis zum 23. September täglich frei in der offenen Kirche zu besichtigen. Das kündigt Pfarrer Uwe Weise an. Er informiert darüber hinaus, dass die Objekte nach Kontaktaufnahme mit dem Künstler als Fine-Art-Drucke erworben werden können.

„Vergessene Dinge“ ist ein fotografisches Projekt, das Walter Green über Jahre im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß realisiert hat. Die ländlich-bäuerliche Alltagskultur, die mit dem Ende des 20. Jahrhunderts vollständig verschwunden ist, wird in ein goldenes Licht gesetzt und als solche melancholisch entschleunigt. Es sind Bilder entstanden, die vergessene, verlorene oder zurückgelassene Realien erscheinen lassen, die eben noch in Gebrauch waren – in Wirklichkeit aber schon Zeugnisse einer untergegangenen Alltagswelt sind, die stark aus der Sinnlichkeit ihrer Zusammenhänge lebte.

Die atmosphärische Dichte der fotografischen Bilder erzeugt eine lichtvolle Dichte, die der heutigen Wirklichkeit abhanden gekommen ist.

Walter Green aus Klein Rünz (Landkreis Nordwestmecklenburg) dürfte vielen durch seine Skulpturen aus altem Bauholz bekannt sein, aus denen er Archetypen menschlicheren Werdens und Vergehens schält. Seine Skulpturenausstellung im Sommer 2016 in der Cottbuser Oberkirche hat ihn einer breiteren Öffentlichkeit in der Niederlausitz bekannt gemacht. Die fotografischen Arbeiten nehmen den goldwarmen Holzton mit in Bilder, die aus Licht und Dunkel eine nicht nur vergessene, sondern beklagenswert verlorene Welt aufleuchten lassen.

(red/pos)