Demnach wird sich die 36-Jährige eines Hauptproblems annehmen - der Koordination der zahlreichen Hilfsangebote für Geflüchtete in der Stadt. Für die neue Mitarbeiterin gebe es keine Anlaufschwierigkeiten, da die gelernte Sozialarbeiterin und promovierte Erziehungswissenschaftlerin aus der Flüchtlingshilfe kommt. "Wir hoffen, ihr Team im Oktober um einen Bildungskoordinator verstärken zu können", ergänzte Weiße. Ein entsprechender Antrag auf Förderung der Stelle laufe.

Stefanie Kaygusuz-Schurmann umriss ihre erste Aufgabe: "Ich werde ein Konzept entwickeln, in dem sich alle Akteure der Flüchtlingshilfe wiederfinden." Dabei sehe sie zwei Themenschwerpunkte: Die Arbeit in den Stadtteilen und die Bildung. Bei ersterem sei bereits eine Menge Gutes vorhanden. "Da muss ich im Grunde nur den Dialog herstellen." Deutlich aufwendiger sei der zweite Punkt. "Dort habe ich bereits einige Schwierigkeiten ausgemacht: Das System passt oft nicht auf die Biografien, der Spracherwerb gestaltet sich deutlich schwieriger als erwartet und dann ist noch die Frage, was mit den Menschen mit geringer Schulbildung geschieht." Die wichtigste Botschaft der Koordinatorin lautet: "Wir brauchen Zeit."

Das unterstützt auch Dezernent Weiße. "Wir sind mittlerweile geübt in der Unterbringung und Versorgung der Menschen. Dafür haben wir hervorragende Strukturen entwickelt. Jetzt müssen wir die Menschen in Schule, Ausbildung und Job bringen, ansonsten ergibt die Integration keinen Sinn", betonte er und fügte an: "Damit können die Flüchtlinge mit ihrer Hände Arbeit wieder zurückgeben." Bis dahin vergingen einige Jahre. "Aber wir werden in Zukunft von den Menschen profitieren", versicherte Weiße.