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| 17:24 Uhr

Gefrierzellen zerstört
Fleischerei Speer von Feuer überrascht

 Ein Absperrband zog sich am Donnerstag über den Bürgersteig.
Ein Absperrband zog sich am Donnerstag über den Bürgersteig. FOTO: LR / René Wappler
Cottbus. Mitten in der Nacht zu Donnerstag haben Flammen die Fleischerei Speer in der Cottbuser Friedrich-Ebert-Straße erfasst. Nach etwas mehr als drei Stunden war der Brand gelöscht. Der Cottbuser Familienbetrieb will die benachbarte Filiale am Freitag wieder öffnen. Von Christina Wessel und Rene Wappler

Ruß klebt an den Wänden. Zwölf Stunden nach dem Ausbruch des Brandes arbeitet die Familie daran, den Schaden in den Produktionsräumen ihrer Fleischerei zu beheben. Lars Speer hofft, dass die benachbarte Filiale so schnell wie möglich ihren Betrieb wieder aufnehmen kann. Denn sie blieb vom Feuer verschont. Zunächst muss er sich jedoch einen Überblick zum Ausmaß des Brandes verschaffen. Eines steht bereits fest: Die Filialen am Anger und in der Zuschka bleiben geöffnet.

Wie die Pressestelle des Cottbuser Rathauses mitteilt, brach das Feuer in der Nacht zum Donnerstag im Haus an der Ecke zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Virchowstraße aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr habe das Nebengebäude der Fleischerei bereits gebrannt, in dem sich die Kühlzellen befinden, ebenso Teile des Daches auf dem Hof. Die Einsatzkräfte hätten verhindert, dass die Flammen auf das Hauptgebäude übergreifen.

Deshalb finden sich in der Verkaufsfiliale auch keine Spuren des Brandes. Allerdings zieht sich ein rot-weißes Absperrband am Morgen nach dem Ausbruch des Feuers über den Bürgersteig in der Virchowstraße. Geöffnet sind die Tore der beiden Garagen, die sich neben den Produktionsräumen der Fleischerei befinden. Der schwarze Ruß zieht sich hinauf bis zum Dach. Nachbarn kommen vorbei und erkundigen sich besorgt bei den Inhabern des Betriebes, wie es ihnen geht.

 Das Feuer entwickelte eine Hitze bis zu 600 Grad Celsius.
Das Feuer entwickelte eine Hitze bis zu 600 Grad Celsius. FOTO: Feuerwehr Cottbus

Hitze bis zu 600 Grad Celsius

Immerhin hielt sich zum Zeitpunkt des Brandes niemand in den Gebäuden auf. Das berichtet die Pressestelle des Rathauses. 44 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unter anderem aus Ströbitz, Schmellwitz, Saspow, Sachsendorf, Madlow und Gallinchen. Außerdem begaben sich drei Rettungsassistenten und ein Notarzt in die Straße. Laut Einsatzbericht blieben jedoch alle Menschen vor Ort unverletzt. Die Flammen entwickelten eine Hitze bis zu 600 Grad Celsius, wie die Mitarbeiter der Feuerwehr feststellten. Später setzten sie noch einmal eine Wärmebildkamera ein, um auszuschließen, dass sich weitere Glutnester am Brandherd verbergen.

 Der Brand brach gegen Mitternacht aus.
Der Brand brach gegen Mitternacht aus. FOTO: Feuerwehr Cottbus

Der Einsatz war nach Angaben der Feuerwehr gegen vier Uhr morgens beendet. Die genaue Ursache des Brandes ist derzeit noch unbekannt. Das bestätigt der Pressesprecher der Polizei, die inzwischen die Ermittlungen übernommen hat. Torsten Wendt erläutert: „Nach solchen Löscharbeiten müssen unsere Fachleute oft erst einmal abwarten, bis sich die extreme Hitze gelegt hat.“ Deshalb kamen die Brandermittler nach seinen Worten im Verlauf des Tages zum Einsatz. Die Ursache des Feuers stand am Donnerstag noch nicht fest, ebenso wenig der finanzielle Umfang des Schadens.

In einer Hinsicht äußerte sich Ingrid Speer vom Familienbetrieb am Nachmittag zuversichtlich. „Wir werden ab Freitag das Hauptgeschäft an der Friedrich-Ebert-Straße wieder öffnen“, sagte sie. „Denn wie wir festgestellt haben, sind nur die Gefrierzellen zerstört.“ Ansonsten könne die Produktion wieder anlaufen.

FOTO: LR

Das Geschäft an der Ecke zwischen Friedrich-Ebert-Straße existiert bereits seit dem Jahr 1902. Nach Angaben der Cottbuser Heimatforscherin Dora Liersch kaufte damals der Fleischermeister Gustav Bielitz das Anwesen. Zu Beginn der 1930er-Jahre habe wiederum der Fleischermeister Max Richter das Haus und das Geschäft übernommen. Seit dem Jahr 1968 gehöre es der Familie Speer, inzwischen in der dritten Generation.