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| 14:47 Uhr

Stadtpolitik
Wackelige Förderung von Jugendprojekten

André Schneider, Fachbereichsleiter Jugendamt.
André Schneider, Fachbereichsleiter Jugendamt. FOTO: Hilscher
Cottbus. Neue Landesregelungen erschweren die Etatplanung für die Sozialarbeit in der Stadt.

Wenn im Sozialausschuss über Finanzen geredet wird, dann kämpfen die Abgeordneten in der Regel heftigst dafür, dass möglichst viele soziale Projekte mit möglichst komfortablen Summen gefördert werden. Da das Geld aber seit Jahre immer knapper wird, müssen die Stadtverordneten immer wieder Abstriche machen, sich mit Kürzungen oder gar Streichungen abfinden. Bei der jüngsten Debatte um den neuen Jugendförderplan wollten sie dennoch nicht klein beigeben. Wie bisher, kann die Stadt im kommenden Jahr rund 2,3 Millionen Euro für Jugendprojekte in den Stadtteilen ausgeben. Da mit diesen gedeckelten Summen zugleich auch steigende Personalkosten beglichen werden müssen, bleibt für die eigentliche Sozialarbeit am Ende immer weniger übrig.  Besonders schmerzhaft, so beklagen einige Ausschussmitglieder, sind Einschnitte im Bereich der Streetworker, die gerade in der aktuell schwierigen Situation den besten Zugang zu Jugendlichen und ihren Problemen haben. „Aber wir können froh sein, dass wir es überhaupt geschafft haben, die Gelder in diesem Jahr so zur Verfügung stellen zu können“, sagt André Schneider, Leiter des Jugendamtes. Petra Ramsch, Leiterin des Fachbereichs Finanzen, legt nach: „Wir haben eine neue Situation und wissen nicht, welches Ungemach uns noch droht.“ Denn erstmals müssen die Zuschüsse der Jugendhilfe in diesem Jahr als „freiwillige Leistungen“ verbucht werden. Damit fallen sie unter das Spargebot, dass das Land allen verschuldeten Kommunen auferlegt – und könnten schlimmstenfalls beschnitten werden.

Angesichts der Entwicklung, die die Jugendhilfeplanung für 2019 bis 2024 in den Blick nimmt, gibt es daher keinen Anlass zu übertriebenem Optimismus. So ist nach Angaben des Jugendamtes die Zielgruppe der Jugendförderung und Jugendsozialarbeit im Alter von 6 bis unter 21 Jahren seit 2012 von 9848 und einem Anteil von 9,87 Prozent der Gesamtbevölkerung auf 11 460 und damit einen Gesamtbevölkerungsanteil von 11,42 Prozent angewachsen. Die Zahl der Meldungen über Kindeswohlgefährdung ist von 458 im Jahr 2015 und 547 in 2016 auf 630 in 2017 angestiegen.

Die Jugendhilfeplanung, so die Zielsetzung, soll in den kommenden Jahren die Angebote stärker auf die Zielgruppen ausgerichtet werden. Nach Auskunft von Armin Bartels vom zuständigen Fachbereich soll auch die außerschulische Bildung einen breiteren Raum einnehmen als bisher. Wichtig sei eine Stärkung der Medienkompetenz der Jugendlichen, insgesamt würden mobile Aufgaben an Bedeutung gewinnen.

(hil)