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| 18:00 Uhr

Finanzen
Stadt bittet Hundehalter zur Kasse

Für Hunde gilt Steuerpflicht. Gut 4000 Cottbuser zahlen Hundesteuer, die Stadt geht von vielen Haltern aus, die ihrer Pflicht nicht nachkommen.
Für Hunde gilt Steuerpflicht. Gut 4000 Cottbuser zahlen Hundesteuer, die Stadt geht von vielen Haltern aus, die ihrer Pflicht nicht nachkommen. FOTO: dpa / Mohssen Assanimoghaddam
Cottbus. Über 4000 Cottbuser zahlen Hundesteuern. Die Verwaltung geht von weit mehr Tieren aus. Von Daniel Schauff

Hunde kosten – beim Tierarzt, beim Tierfutterhandel, der eine oder andere Hundehalter investiert freimütig in Hundefrisuren und -bekleidung. Weniger freimütig sind viele Hundehalter jedoch, wenn es ums Zahlen der Hundesteuer geht. Gern genutztes Argument: Die Stadt räumt ja auch die Hinterlassenschaften meines Hundes nicht weg. Das Argument aber hinkt: Die Stadt kann die Hundesteuer für alle ihre Ausgaben verwenden – Cottbus will mit ihr einen kleinen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. Legitim – und so wirklich klein ist der Beitrag vermutlich dann doch nicht.

Vorsichtig schätzt die Stadt, dass rund 200 steuerpflichtige Hunde nicht ordnungsgemäß angemeldet sind. Bei 72 Euro Hundesteuer im Jahr macht das immerhin 14 000 Euro, die der Stadt jährlich durch die Lappen gehen. Für einen zweiten Hund zahlt der Halter sogar noch mehr – 108 Euro sind es in Cottbus. Hält jemand einen Hund, der laut Landesverordnung als gefährlich gilt, werden 270 Euro pro Jahr fällig.

Ab 2019 rechnet die Stadt mit rund 15 000 Euro mehr Einnahmen durch Hundesteuer. Dafür will sie künftig kontrollieren, wer die Pflichtsteuer für seinen Vierbeiner zahlt und wer nicht.

„Wir gehen durch die entsprechenden Straßen, und wenn es irgendwo bellt, ist es ein Hund“, sagt Markus Niggemann, Cheffinanzer im Cottbuser Rathaus. Tatsächlich sieht das Haushaltssicherungskonzept vor, dass die Stadt zunächst einen Kontrollplan erstellt, mit dem eine Bestandsaufnahme zur Hundehaltung in der Stadt möglich sein soll. Danach wird regelmäßig kontrolliert, heißt es im Maßnahmeplan.

Die Hundesteuer bringt der Stadt bereits jetzt jährlich einen ordentlichen Batzen Geld. 4213 Hunde sind gemeldet, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Eine über Jahre ziemlich konstante Zahl: Seit 2011 schwankt diese zwischen 4100 und gut 4400 Tieren. Das heißt: bei dem Regelsteuersatz für Hunde in der Stadt tragen die Tierhalter über 300 000 Euro in die klammen Stadtkassen – pro Hundehalter sogar teils deutlich mehr als bei den kleineren Nachbarn wie Forst (66 Euro), Guben (60 Euro) und Spremberg (46 Euro, jeweils für den ersten Hund), gleichzeitig aber deutlich weniger als etwa in der Landeshauptstadt Potsdam. Dort zahlt der Hundehalter für den ersten Hund 108 Euro, für gefährliche Hunde sogar fast 650 Euro und damit fast zweieinhalb mal so viel wie in der Lausitzmetropole. In Brandenburg/Havel und in Frankfurt/Oder liegt der Steuersatz auf dem gleichen Level wie in Cottbus. Eine Veränderung der Steuersätze sieht das Haushaltssicherungskonzept nicht vor. Auch der verminderte Steuersatz für Arbeitslosengeld-Empfänger soll bleiben. Sie zahlen nur 24 Euro pro Jahr für ihr Tier.

Neben den geplanten Mehreinnahmen durch strengere Kontrollen soll ein zweiter Aspekt die Bestandsaufnahme laut Maßnahmeplan der Stadtfinanzer „sinnvoll“ machen. Die Kontrollen sollen künftig von der Veterinärbehörde begleitet werden, um Missstände bei der Haltung ahnden zu können.